Norwegen - ein Erfahrungsbericht von Max Bohn (Metallbauer)
Zurzeit erwirbt Herr Bohn am Berufskolleg Borken die Zusatzqualifikation "Europaassistent/in im Handwerk". Bestandteil dieser Qualifikation ist ein mindestens dreiwöchiger Auslandsaufenthalt in einem Betrieb der eigenen Branche, also z.B. ein Geschäftspartner, Zulieferer, Kunde oder unabhängig kontaktierter Betrieb. Die Auszubildenden sollen ihre eigenen Berufe auch im Ausland ausüben und Gemeinsamkeiten und Unterschiede kennenlernen, ggf. Kontakte für zukünftige Zusammenarbeit knüpfen. Abfahrt von Deutschland: 1.Mai 2011. Um 15:30 Uhr bin ich zum Düsseldorfer Flughafen gefahren. Um 17 Uhr trafen wir uns alle am Flughafen und bekamen die Flugtickets. Wichtig war, dass das Gewicht der Koffer nicht zu hoch war. Außerdem durften keine Flüssigkeiten in jeglicher Art (z.B Shampoo) ins Handgepäck. Danach ging es zum Check In wo die Koffer gewogen wurden. Zwischenstopp war in Oslo, wo wir in ein anderes Flugzeug gestiegen sind. Uns ist direkt aufgefallen, dass in Norwegen alles ein wenig unsauber, kälter und langsamer ablief.
Ankunft in Norwegen: Um 24.00 Uhr kamen wir am Alesunder Flughafen an, wo uns schon die Austauschpartner/ innen erwateten. Ich fuhr mit dem Austauschpartner und seiner Familie nach Hause. Sie zeigten mir mein Zimmer wo ich schlief. Am nächsten Morgen musste ich um 7:00 Uhr aufstehen. Ich machte mir mit meinem Austauschpartner Knut das Frühstück; morgens aß ich immer Müsli mit Brot. Brot ist in Norwegen sehr beliebt und wird viel gegessen sowie auch Fisch. Kroketten kannten die nicht. In Norwegen gib es einen traditionellen Käse der bräunlich aussieht und weich wie Butter ist. Der seit dem Norwegenaufenthalt mein Lieblingskäse ist. Am ersten Tag fuhren wir zur Schule mit dem Bus. Da bekamen wir eine Karte fürs Bus und Fähre fahren. Außerdem wurde uns die Schule gezeigt die sehr modern ausgestattet ist. Jede Berufsgruppe hat z.B. beim Metallbau eine große Werkstatt mit modernen Maschinen und Unterrichtsräumen. Zudem bekamen wir einen Plan über den Tagesablauf der 3 Wochen in Norwegen. Das System der Schulen in Norwegen ist so: Von 16 bis 17 Jahren besucht man die Schule und arbeitet teilweise in den Werkstätten aber man hat auch normalen Unterricht; je nach Alter erhöhen sich auch die Unterrichtsstunden in den Werkstätten. Ab 18 Jahren kommt man in den Betrieb (3.Lehrjahr) der von der Schule vermittelt wird. Danach fuhr ich wieder mit dem Bus nach Hause. Danach hatten wir Freizeit die ich zu Hause in Nor- wegen verbrachte um meine Gastfamilie näher kennen zu lernen.
Der Betrieb: Am nächsten Tag fuhr ich um 7:30 Uhr mit dem Austauschvater zu meinem Betrieb. Ich hatte Glück dass mein Betrieb nur 10 Minuten entfernt war. Bei meinen anderen deutschen Austauschschülern war das anders; einer von ihnen musste eine Stunde mit der Fähre und Auto fahren. Der Meister von dem Betrieb zeigte mir die Metallbaufirma Volf.
Auf den ersten Blick fiel mir auf, dass der Betrieb im Gegensatz zu deutschen Betrieben sehr unordentlich war. Dann bekam ich meinen ersten Auftrag, ich musste einen Grill aus Edelstahl herstellen. Doch zuerst ging ich zu jedem Mitarbeiter und stellte mich vor. Mir viel auf dass die Arbeiter sehr nett und freundlich waren, es herrschte ein gutes Arbeitsklima. Die Firma verarbeitete für die Herstellung von Förderbändern Edelstahl, weil diese Fisch und andere Lebensmittel transportieren wollten. Außerdem merkte ich schnell dass die Norweger sehr langsam und nicht so genau arbeiten, wie die deutschen Arbeiter. Einer der Mitarbeiter sagte zu mir, dass ich langsamer arbeiten sollte, was mich echt erstaunte.
Ich durfte sehr viele Sachen erledigen und wurde wie ein normaler Arbeiter und nicht wie ein Geselle behandelt, dies gefiel mir sehr. Ich kam mit allen Mitarbeitern und dem Chef sehr gut klar. Wir verständigten uns hauptsächlich auf Englisch. Sie boten mir sogar eine Stelle für die Zeit nach meiner Ausbildung an. Mir gefiel das Arbeiten in Norwegen besser als in Deutschland, weil sie nicht leben um zu arbeiten, sondern arbeiten, um zu leben. Freizeit: In meiner Freizeit nach der Arbeit traf ich mich immer mit den anderen Deutschen. Mein Austauschschüler kümmerte sich nicht so gut um mich. Das fand ich nicht schlimm, weil uns das schon in Deutschland gesagt wurde ,dass die Norweger ruhiger sind und nicht so viel unternehmen usw. Wir hatten das Glück im Mai da zu sein, weil in Norwegen gerade die Russ-Zeit war. Das bedeutet Abschlusszeit. Russ nennen es die Norweger. Dabei feiern die Schüler 17 Tage lang Party und fahren mit roten Bullis durch die Gegend, die teilweise mit 20.000 Euro teuren Musikanlagen ausgestattet worden sind. Abends trafen wir uns mit den Deutschen am Hostel wo ein Teil der Deutschen wohnte. Dann gingen wir los zum Strand wo die "Russ-Leute" Party machten. Sie waren sehr nett zu uns und wir waren sehr schnell befreundet mit ihnen. Zum Glück bekam ich immer das Auto von meiner Gastfamilie, mit dem ich zum Hostel oder zu Moa (Busstation) gefahren bin. Bei Moa war auch ein Treffpunkt der Deutschen wo man überall mit dem Bus hinkam. Abreise: Um 4 Uhr ging es los zum Flughafen mit der Gastfamilie. Ich bekam mein Abschiedsgeschenk von der Familie in Norwegen und verabschiedete mich von ihnen. Danach flogen wir wieder nach Oslo und dann wieder nach Deutschland wo ich von meiner Familie in Empfang genommen wurde. Man merkte direkt den Temperaturunterschied. In Norwegen waren es 6 Grad und in Deutschland zurzeit 30 Grad. Außerdem fiel mir auf, dass in Deutschland viel mehr los ist und alles viel schneller und sauberer abläuft. Mein Fazit/Meinung: Ich fand es sehr gut, dass man sich mit den Norwegern auf Englisch unterhalten konnte, da sie schon mit 6 Jahren Englisch in den Schulen lernen und Filme auf Englisch mit norwegischem Untertitel ansehen. Es hat mir sehr geholfen meine Englischenkenntnisse aufzubessern, da man in jeder Situation mit ihnen Englisch reden musste. Zum Beispiel beim Bestellen von Essen, welcher Bus wohin fährt, wo das Gebäude steht usw. Außerdem hat es mir sehr geholfen Englisch in Bezug auf meinen Beruf besser zu verwenden. In Norwegen ist das Wetter zwar kälter als in Deutschland, aber so schlimm fand ich das nicht (Im Sommer durchschnittlich 15 Grad und im Winter -10 Grad). Ich fand es schade, dass in Norwegen die Städte so weit entfernt sind und man teilweise Stunden fahren muss um sie zu erreichen. In Deutschland habe ich das Problem nicht gehabt. Ich war froh als ich wieder zu Hause war. Trotzdem war es eine sehr gute Erfahrung für mich, die mich echt weiter gebracht hat. Ich habe dadurch ein größeres Selbstbewusstsein bekommen, Menschen anzusprechen und mich auf Englisch mit ihnen zu unterhalten. Zusätzlich hat es mir die Vor- und Nachteile von Norwegen im Vergleich zu Deutschland gezeigt. (M.Bohn 2011-10-06) |
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