Das Monsterprojekt
Am Anfang des Schuljahres wussten wir ja schon was uns erwartete. Der schulische Teil der Ausbildung zum Bauzeichner ist in insgesamt 14 sogenannte "Lernfelder" unterteilt. Dank der Durchnummerierung konnten wir der didaktischen Jahresplanung entnehmen, dass das nächste zu behandelnde Lernfeld bei Herrn Hadder Lernfeld 7 war. Der Titel lautete: "Konstruieren von Treppen.
Inhalte dieses Themas waren z.B. das Berechnen von Auftritt und Steigung einer Treppe, das fachgerechte Lösen von Anschlusspunkten, das Berechnen der entstehenden Auflagerkräfte und nicht zu vergessen die richtige Bezeichnung einer Treppe, was wirklich ungeahnte Diskussionen verursachte. Die Bezeichnung einer Treppe muss nämlich eine genaue Auskunft über das Aussehen verraten. So entstehen kurze knackige Bezeichnungen wie: Zweiläufige, im Antritt viertelgewendelte, gewinkelte Rechtstreppe mit Zwischenpodest. Verstanden?
Nachdem die Grundlagen erklärt waren, gingen wir zur Projektarbeit über. In unserem Projekt ging es darum, eine Innen- sowie eine Aussentreppe im Bestand zu planen. Unterteilt war das Projekt in verschiedene Abschnitte, wie die Aufnahme des Bestandes, die Fotodokumentation, das Lösen der Anschlusspunkte, die zeichnerische Darstellung und natürlich der Modellbau. Praktisch war vor allem, dass bei der Planung Geld keine Rolle spielen sollte, was uns einen viel größeren Handlungsspielraum verschaffte. Außerdem konnten wir die Grundrisse baulich so verändern, dass auch andere Treppenformen möglich waren. Wer braucht schon ein großes Wohnzimmer, wenn man auch eine prachtvolle leicht überdimensionierte Treppe haben kann?
Mit am meisten Spaß hat natürlich der Modellbau gemacht. Detailgenauigkeit und Optik waren die größten Ansprüche, die wir uns selber gesetzt haben. Teilweise bestehen die Treppen aus an die hundert Einzelteilen. Dementsprechend war natürlich auch der Zeitaufwand. Schließlich waren wir aber doch nur ein paar Wochen nach dem ersten Abgabetermin fertig. Bei der Vorstellung und Besprechung der Projektarbeiten wurden wir dann auf die Tatsache aufmerksam, dass es teilweise schwierig sein würde die Treppe vor Ort zu positionieren. Die Lösung war entweder die Treppe in Teilen zu liefern oder halt das ganze Dach abzudecken. Geld spielte ja wie gesagt keine Rolle.
(Tobias Pöstgens 2011-11-17)