Vermessen, Versuchen, Verstehen

Beim Projekttag "Unterrichtsentwicklung" der in diesem Jahr am 21.10. stattfand hatte die Schülerinnen und Schüler der Fachrichtung Landwirtschaft die Möglichkeit ihre Unterrichtsinhalte selber zu bestimmen. Die Klassenverbände von ALU2, ALM3 und JOA wurden für diesen Tag aufgelöst. Dadurch konnten sich die Schülerinnen und Schüler für die Teilnahme an einem von drei Projekten mit unterschiedlichen Inhalte und Niveaustufen entscheiden.

In einem Projekt wurde eine Fläche auf dem Schulgelände vermessen und die Ergebnisse in einer maßstabsgetreuen Skizze festgehalten sowie Erdmassen berechnet.

Eine andere Gruppe stellte bodenkundliche Versuche mit Bodenproben von den Ausbildungsbetrieben an. Dies geschah im Rahmen eines Stationenlernens. Die Schülerinnen und Schüler durchliefen dabei mehrere Stationen (ähnlich dem Zirkeltraining im Sportunterricht). Hier konnten sie Aufbau, Durchführung und Auswertung der Versuche anhand der an den Stationen vorhandenen Arbeitsmaterialien (Versuchsbeschreibungen, Tabellen zur Auswertung, Infotexte, ...) selbstständig erarbeiten. Dazu gehörte es vor den Versuchen angestellte Vermutungen zu überprüfen und Beobachtungen zu beschreiben. Eine Zusammenführung der Ergebnisse sowie eine abschließende Besprechung fand später im "regulären" Unterricht statt.

Eine weitere Gruppe veranstaltete eine Podiumsdiskussion zum Thema "XXL-Biogasanlage in Velen". Ziel war es, herauszufinden, inwiefern sich das eigene bisherige (evtl. einseitige) Meinungsbild zu diesem, in der Öffentlichkeit aktuell heftig diskutierten Bauvorhaben beeinflussen lässt, dadurch dass man mit allen Argumenten der Befürworter und Gegener konfrontiert wird.

"Ist diese XXL-Biogasanlage ein Fluch oder ein Segen? - Bin ich dafür, unentschlossen oder dagegen?" Die persönliche Meinung jeder Schülerin und jedes Schülers wurde direkt zu Beginn des Projektes im Rahmen einer anonymen Meinungsabfrage festgehalten.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion wechselten zahlreiche objektive sowie subjektive Argumente zwischen den gegnerischen Parteien und offenbarten die Sichtweisen von Landwirten, Bürgern, Umweltschützern, Energieerzeugern und Ethikern. Die anschließende zweite anonyme Meinungsumfrage zeigte, dass sich das Meinungsbild der Anwesenden enorm verändert hat. Einige vorher Unentschlossene sind zu einer klaren Meinung gekommen. Sie gaben an, vorher einseitig informiert gewesen zu sein. Andere hingegen, die vorher beharrlich ihre Meinung vertraten, zeigten nun mehr Verständnis für die Gegenseite. Resümee: Einseitige Meinungsbildung - nein Danke!

Zum Abschluss des Projekttages bewerteten die Teilnehmer ihre Eindrücke von der nichtalltäglichen Arbeitsweise in Interessengruppen und zogen auch hinsichtlich ihres persönlichen Lernerfolges zum größten Teil ein positives Fazit.

(RU 2011-11-21)

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