Theaterpädagogische Elemente
Im folgenden Text werde ich eine Konfliktsituation zweier Schülerinnen erläutern, die durch Vertrauensübungen wieder Vertrauen ineinander gefunden haben:
Lara und Emma sind eigentlich gute Freunde, doch seit kurzem haben sie Streit. Lara hat ein Geheimnis von Emma weitererzählt. Emma hat dies herausbekommen und ist nun sauer auf Lara. Im Sportunterricht müssen beide sich gegenseitig helfen. Beim Bockspringen muss die Eine der Anderen Hilfe leisten. Als Lara Anlauf nimmt und Emma, durch zögernde Bewegungen von Lara, genau merkt, dass Lara ohne Hilfe nicht über den Springbock kommt, tritt Emma absichtlich, kurzfristig einen Schritt zurück. Aufgrund dessen stürzt Lara und verletzt sich. Die Sportlehrerin hat die Situation beobachtet und möchte die Situation klären. Sie wundert sich über Emmas Verhalten, da sie dachte Lara und Emma wären Freunde. Sie bittet Lara und Emma zu einem Gespräch mit ihr.
Als erstes klären sie ihren Konflikt: Lara entschuldigt sich bei Emma für ihre Rücksichtslosigkeit, das Geheimnis weitererzählt zu haben. Ebenso entschuldigt sich Emma für ihr Fehlverhalten im Sportunterricht. Für Beide ist diese Situation sehr emotional, da ihnen die Freundschaft sehr wichtig ist. In der folgenden Woche ist die Situation zwischen Lara und Emma sehr angespannt. In der nächsten Sportstunde arbeitet die Sportlehrerin vertrauensbildende Übungen mit in den Unterricht ein.
Die erste Übung funktioniert folgendermaßen
Beide Partner stehen sich gegenüber und gucken sich an. Ungefähr ein halber Meter Abstand ist zwischen ihnen. Sie strecken die Arme aus und geben sich die Hände. Gemeinsam gehen sie nun in die Kniebeuge. Hierbei ist es wichtig, dass sie ihre Hände festhalten und dem Partner Sicherheit geben.
Diese Aufgabe lösen Emma und Lara sehr gut zusammen.
Die zweite Übung
Diese wird mit mehreren Leuten durchgeführt. Alle stehen in einem Kreis und geben dem Partner die Hände. Dann wird durchgezählt: 1,2,1,2,1,2,1,2,1,………. Jeder Zweite hat dieselbe Zahl. Nun gibt einer der Leute ein Zeichen und beispielsweise lehnen sich alle, die Nummer 1 sind, nach vorne. Alle die Nummer 2 sind, lehnen sich in die Gegenrichtung. In diesem Fall nach hinten. Das schwierige an dieser Übung ist, die Spannung im Körper zu halten und dem Partner Sicherheit zu geben.
Im Sportunterricht stehen Emma und Lara bei dieser Übung gegenüber und können sich gegenseitig beweisen, dass sie einander vertrauen können. Nach dieser Übung geht Lara zu Emma und nimmt sie in den Arm. Diese Übungen haben gezeigt, dass sie sich wirklich vertrauen können.
In dem oben genannten Beispiel habe ich die Frustrations-Aggressions-Theorie nach Sigmund Freud erläutert. Auf jede Frustration folgt eine Aggression. Emma war frustriert, da Lara ein Geheimnis von ihr weitererzählt hat. Ihre darauf folgende Aggression hat sie dann im Sportunterricht herausgelassen. Durch Vertrauensübungen haben die beiden Freundinnen wieder zueinander gefunden.
Was ist Vertrauen?
Unter Vertrauen wird die Annahme verstanden, dass Entwicklungen einen positiven oder erwarteten Verlauf nehmen. Ein wichtiges Merkmal ist dabei das Vorhandensein einer Handlungsalternative. Dies unterscheidet Vertrauen von Hoffnung. Vertrauen beschreibt auch die Erwartung an Bezugspersonen, dass deren künftige Handlungen sich im Rahmen von gemeinsamen Werten oder moralischen Vorstellungen bewegen werden. Vertrauen wird durch Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Authentizität begründet,[1] wirkt sich in der Gegenwart aus, ist aber auf künftige Ereignisse gerichtet.
(Annika Kraß 2011-01-30)