Individuelle Erfahrungen
Während unserer Klassenfahrt, die wir zusammen mit der GE 13 zum Bodensee unternommen haben konnten wir viele Erfahrungen machen. Uns wurden zwei verschiedene Projekte angeboten: der Theaterworkshop und ein alternatives Kunstprojekt. Ich habe aufgrund des hohen Andrangs von Teilnehmern auf den Theaterworkshop, mich für das Kunstprojekt entschieden. Es waren sehr interessante Tage mit dem Künstler Manfred Zacher.
Wir konnten unsere eigenen Holzskulpturen herstellen, wobei wir uns oft gegenseitig halfen. Zum Beispiel beim Bohren oder Sägen des Holzstücks, hat derjenige die Aufgabe für die anderen übernommen die er am besten konnte. Das hat unseren Teamgeist auf jeden Fall gestärkt. Viel Spaß und Freude hatten wir auch an den Aufgaben im Wald wobei wir uns gegenseitig unterstützt haben, die Holzmaserungen der Bäume auf Papier einzufangen welches für eine einzelne Person nicht leicht war. Beispielsweise halfen wir uns das Papier auf der Rinde richtig zu positionieren, da es auch hin und wieder verrutschte. Auch durch einige andere Aktivitäten in der Freizeit, hatten wir die Möglichkeit, die Schülerinnen der anderen bis dahin noch unbekannten Klasse kennen zu lernen.
Die anfänglichen Konflikte bei der gemeinsamen Entscheidung was wir während der Zeit, die zu unserer freien Verfügung stand, machen wollten, waren nach der Nachtwanderung, die von der anderen Klasse gestaltet worden war, fast vergessen. Es war ein sehr lustiges Erlebnis und hat unsere Klasse meiner Meinung nach noch mehr zusammengeschweißt. Jeder musste auf die Anderen Acht geben und Einigen manchmal zeigen wohin der richtige Weg führt, da nicht alle eine Taschenlampe zur Verfügung hatten. Mir gefiel diese Aktion sehr gut, denn obwohl wir uns im Dunkeln oft sehr unsicher waren haben wir uns in der Gruppe gegenseitig unterstützt und aufgebaut. Für mich persönlich habe ich aus dieser Erfahrung mitgenommen, dass man auf andere aufpassen muss und dadurch lernt Verantwortung zu übernehmen was in allen Alltagssituationen, ob in der Familie oder bei der Arbeit, wichtig ist. Am meisten hat mit die Aktion im Kletterpark gefallen. Ich war zwar nur Zuschauer, konnte aber immer wieder beobachten, wie meine Mitschülerinnen zusammengearbeitet haben um ihr gemeinsames Ziel zu erreichen.
Die mutigen Kletterer haben die etwas ängstlicheren Schüler motiviert indem sie vorgeklettert sind und ihnen zeigten, dass diese Aufgabe nicht sehr schwer war und sie durch Überwindung ihr erhofftes Ziel erreichen konnten. Kurze Zeit später war auch ich zusammen mit meiner Familie und einigen Freunden in einem Kletterpark. Da ich leichte Höhenangst habe war dieses Erlebnis besonders aufregend für mich. Doch als ich hoch oben in 20 Metern Höhe war und eine 100 Meter lange Seilbahn wieder hinunterfahren musste, konnte ich mich schnell überwinden es einfach zu tun. Diese Erfahrung hat mir gezeigt dass ich mich nicht nur in solchen Situationen überwinden kann und muss. Denn wenn eine wichtige Entscheidung ansteht, vor der ich vielleicht auch Angst habe, weiß ich doch, dass es sich lohnt sein Ziel vor Augen zu haben und das erleichtert es mir meine Bedenken nicht so in den Vordergrund zu stellen. Denn oft stellt man im Nachhinein fest, dass viele Bedenken die man anfangs hatte unbegründet sind.
Ein Thema war während unserer Klassenfahrt auch das Kochen unserer Mahlzeiten. Da nicht jede Wohnung eine eigene Küche besaß, mussten wir uns mit den Bewohnern anderer Wohnungen zusammentun und auch hin und wieder als Gegenleistung für beide Wohnungen das Essen zubereiten. Obwohl es nicht immer einfach war die Vorbereitung des Essens einzuteilen. Denn wenn jemand zum Beispiel keine Lust hatte zu spülen, musste er sich dann doch arrangieren um ein gemeinsames Ergebnis zu erzielen. Denn trotz Konflikte auch während der Zubereitung, kam danach eine lockere Atmosphäre am Tisch auf. Ich habe daraus gelernt, wenn man im Team arbeitet und auch solche Aufgaben übernimmt die man nicht unbedingt gerne verrichtet oder die einem nicht sonderlich zusagen und man dann das Ergebnis betrachtet feststellt, dass sich der Aufwand doch lohnt und man sieht und dass jede noch so kleine Arbeit die man im Team eingebracht wird wichtig ist, um dieses gute gemeinsame Ergebnis zu erzielen. Aus dieser Erfahrung ziehe ich für mich persönlich, dass ich nicht immer Dank und Annerkennung für mein Engagement erwarten kann, sondern dass ich aus Verpflichtung und Verantwortung etwas tun muss.
Auch finanziell mussten wir uns auseinandersetzen, denn wir hatten ein bestimmtes Budget für unsere Verpflegung eingeteilt und mit dieser mussten wir gut haushalten und planen, um uns in dieser Zeit ausgewogen und gesund zu ernähren. Zum Schluss kann ich sagen, dass ich dieses Klassenfahrt- Erlebnis auf keinen Fall missen möchte und auch die Erfahrungen die ich machen konnte, sehr wichtig für mich sind. Denn ich kann mich nur erfolgreich in einer Gruppe integrieren, indem ich mich ihr anpasse und auch die Freizeitgestaltung beeinflussen wenn ich mich mit einbringe, Interesse an Anderen zeige und auch eigene Vorschläge mache.
(Franziska Becker 2011-01-30)