Vierzehn Mädels im Wohnzimmer

Am 27.09.2010 war es endlich soweit. Wir die Klasse FOS 12 S 2 fuhren zusammen mit der GE 13 auf große Fahrt ins weit entfernte Tettnang. Wir trafen uns um 07:30 Uhr an der Schule. Alle waren sehr aufgeregt, denn wir wussten nicht was auf uns zu kommt. Nachdem wir alle Koffer verstaut und unseren Sitzplatz im Bus gefunden hatten, fuhren wir los. Unser Busfahrer Volker war sehr freundlich und nett. Wir konnten im Bus Filme schauen und Musik hören. Da wir nur mit Mädchen unterwegs waren (außer Herr Alfers und Volker) waren wir uns über den Film schnell einig. ( Kein Ohr Hasen und die Staffeln von Desperate Housewives). Die Busfahrt war sehr lang, aber wir hatten immer eine Idee wie wir uns die Zeit vertreiben konnten. Kartenspielen, singen, Musik hören etc. Alle zwei Stunden haben wir Pause gemacht. Volker ist mit uns auf einen Rastplatz gefahren, um sich die Beine zu vertreten und etwas zu essen und zu trinken. Einige Schülerinnen waren besonders von den Toiletten, die sich selbst reinigten, begeistert.

Nach acht langen Stunden waren wir endlich in Tettnang angekommen. Zuerst haben wir den Großteil der Klasse zu Zapfs Bauernhof gebracht. Danach hat Volker sechs Schülerinnen und mich zu einer Ferienwohnung nicht weit vom Bauernhof entfernt gebracht, da auf dem Bauernhof nicht genug Zimmer vorhanden waren, was wir sieben allerdings überhaupt nicht schlimm fanden, denn unsere Wohnung war total groß und schön. Nachdem wir die Zimmer verteilt und unsere Koffer ausgepackt hatten, ließen wir den Abend gemütlich mit ein paar Spielen ausklingen.

Am nächsten Morgen, den 28.09 sind wir schon früh (zu früh) aufgestanden. Man kann sich ja sicher vorstellen, dass es nicht ganz so einfach ist, mit sieben Mädels und einem Badezimmer. Anschließend sind wir Mädels mit dem Fahrrad, die wir zuvor von Frau Zapf bekommen haben, zum Bauernhof gefahren und haben mit den anderen zusammen gefrühstückt. Die anderen aus unserer Klasse haben uns berichtet, dass ihre Wohnungen auch sehr schön waren. Das einzige Problem das wir hatten war, dass keiner von uns Handynetz hatte. Da wir vorerst nicht telefonieren konnten, (und das stelle man sich mal vor bei über vierzig Frauen) war die Stimmung dann erst einmal auf den Null Punkt. Nachdem wir einen Trick herausgefunden hatten, wie man telefonieren konnte, nahmen wir die ganze Sache mit Humor. Nun gingen auch endlich die Workshops los. Ein Teil der Klasse machte einen Kunstworkshop, der bei den Mädels aus meiner Klasse sehr gut ankam. Der andere Teil – inklusive mir- nahm an einem Theaterworkshop von Herrn Doempke teil.

Auf dem Weg zum Workshop versuchten wir uns vorzustellen was uns erwarten würde. Dabei kamen die wildesten Geschichten zustande. Einige hatten die Idee, dass wir Szenen von Soaps, wie Gute Zeiten, Schlechte Zeiten nach spielen würden. Diese Illusion wurde uns, aber bei der Ankunft vom Theaterworkshopleiter Wolfgang Doempke genommen. Nun ging es los und nach einigen Lockerungsübungen (Atem – und Sprechübungen) waren wir alle noch etwas skeptisch, was und wofür wir diese Übungen überhaupt machten. Uns kamen Zweifel als wir unsere Texte zum auswendig lernen bekamen und Herr Doempke uns von seinem Stück, dass wir spielen sollten erzählte („ die Giraffe trägt einen Hut – Kaleidoskop einer Begegnung im Autobus“). Wir waren, nachdem ersten Tag im Workshop total müde und unsere Pläne für den Abend haben wir kurzfristig gestrichen. Tag drei (29.09) war angebrochen und nachdem morgendlichen Chaos im Bad fuhren die Mädels und ich wieder zum Bauernhof um zu frühstücken. Anschließend kam Volker unser Busfahrer, um mit uns in einer naheliegende Stadt zu fahren, damit wir einkaufen konnten. Da wir uns selbst verpflegen mussten, kauften wir natürlich etwas zu essen und zu trinken, was zum spielen und etwas für den Spaßfaktor am Abend ?. Dann ging es wieder zurück und der zweite Teil des Workshops begann. Nach einigen Lockerungsübungen, probten wir das Theaterstück. Wir hatten total viel Spaß beim proben und mittlerweile verstanden wir, wofür wir am Tag zuvor der Atem – und Sprechübungen gemacht haben und die Texte lernten. Unsere Zweifel waren weg und wir arbeiteten mit großer Freude daran unser Stück zu perfektionieren. Alle hatten tolle Ideen, das Stück noch besser zu gestalten. Erst jetzt ist es uns aufgefallen, dass wir eine große Gruppendynamik hergestellt hatten. Am Ende des dritten Tages, der uns sehr viel Spaß bereitete, haben wir uns müde auf den Rückweg gemacht. Mit großem Jubel wurde, Volker begrüßt der uns zufällig begegnete und uns bis zu unseren Wohnungen mitnahm. Als wir in unseren Wohnungen ankamen, hatten wir die Idee Pizza zu bestellen. Dies erwies sich allerdings als etwas schwierig, denn die nächste Pizzeria war ungefähr acht Kilometer entfernt und die kannten anscheinend auch keinen Lieferservice. Aber so schnell gaben wir nicht auf, denn wir hatten uns so auf eine Pizza gefreut. Also fragten wir das ältere Ehepaar, was unter uns wohnte, ob die vielleicht noch eine Idee hätten. Der ältere Mann rief bei einer Pizzeria an (er kannte anscheinend den Pizza Bäcker) und erzählte ihm von unserem Problem. Und der nette Pizza Bäcker brachte uns dann sieben Pizzen vorbei. Wir haben dem älteren Mann sehr gedankt (er dachte wahrscheinlich wir hätten seit Tagen nichts gegessen, denn wir haben vor lauter Freude auf unsere Pizza, das halbe Haus zusammen geschrien). Nachdem wir dann gegessen hatten, lernten wir natürlich noch fleißig unsere Texte für unsern bevor stehenden Auftritt und fielen dann müde ins Bett. Der vierte und damit letzte Tag war angebrochen und heute war es soweit: Unser Großer Auftritt stand bevor, doch bevor es los ging machten wir mit allen noch einen Ausflug zum Kletterpark. Als wir dort ankamen und unsere super „schicke“ Ausrüstung bekamen ging es los. Eine nette Dame wies uns in das einmal eins des Kletterns ein. Nachdem wir alle das Gefühl hatten, nicht wirklich schlauer als vorher zu sein, durften wir uns in den Kletterpark wagen und in schwindelerregender Höhe klettern. Einige von uns bekamen es mit der Angst zutun und da wurde einmal mehr unser super Zusammenhalt deutlich. Jeder sprach dem anderen Mut zu und half ihm, wenn es mal nicht weiter ging. Und jeder von uns hatte durch soviel Zusammenhalt und Zuspruch den Mut es bis ans Ende des Parkours zu schaffen. Und wenn wir doch einmal feststeckten, brauchten wir nur um Hilfe zu rufen und nette, junge, Männer halfen uns damit wir weiter kamen. ( Manche riefen auch um Hilfe, wenn nichts war ;-) ). Am Ende des Kletternachmittags waren wir uns alle einig, das es super viel Spaß gemacht hat. Anschließend sind wir nochmal in die Stadt gefahren um für die Rückfahrt ein zu kaufen. Eine Mitschülerin und ich kauften noch zwei Pralinen für unsern netten Busfahrer und für unsern Workshopleiter. Als wir wieder in unseren Wohnungen ankamen, bereiteten wir uns für unseren Großen Auftritt vor. Wir lernten abermals unsere Texte und suchten nachdem passenden Outfit. Am frühen Abend ging es dann ein letztes mal zur Bühne von Herrn Doempke und alle waren ein wenig aufgeregt. Nach der Generalprobe wurde es dann ernst. Wir hatten sehr viel Spaß und Freude daran unser Stück vorzustellen. Am Ende waren wir alle ein wenig traurig, dass der Workshop schon vorbei war. Aber auch stolz, dass wir in so kurzer Zeit so etwas gutes geleistet haben. Wir übergaben die Pralinen Herr Doempke und bedankten uns bei ihm, dass er uns so einen guten Einblick ins Theater spielen gab. Herr Doempke teilte noch die Teilnahmebescheinigungen aus, die er extra für uns anfertigte. Einige Schülerinnen waren überzeugt davon, dass sie sich damit bei einigen Serien bewerben könnten. Als wir wieder in unseren Wohnungen ankamen, besuchten uns noch einige Mitschüler um unsere Wohnung zu begutachten. Also saßen wir ungefähr mit vierzehn Mädels im Wohnzimmer und unterhielten uns über die vergangenen Tage. Alle waren sich einig, dass der Workshop uns viel gebracht hat, wir konnten an unserem Selbstbewusstsein arbeiten und unser Klassenzusammenhalt stärken. Nachdem wir noch unsere letzten Süßigkeiten aufgegessen haben und noch einige Spiele spielten, verabschiedete sich unser Besuch und wir gingen ins Bett. Der Tag der Abreise war angebrochen (01.10.). Morgens brach bei uns das Chaos aus, da wir alle verschlafen hatten und Volker zuerst uns abholte um die Koffer einzuladen. Wir packten so schnell wie möglich alles zusammen und Volker half uns die Koffer in den Bus zu verstauen. Zum Abschluss stand ein letztes gemeinsames Frühstück an. Volker lud die restlichen Koffer ein und dann machten wir uns auf dem Weg nach Hause. Bis zur ersten Pause war es im Bus ziemlich ruhig, denn fast alle haben geschlafen. Als wir an einem Rastplatz ankamen, war es mit der Ruhe vorbei, denn einige Mädels bemerkten das der ganze Rastplatz voller junger Bundeswehr Soldaten war. Nachdem die Soldaten „begutachtet“ wurden stiegen alle wieder in den Bus und es ging weiter Richtung Heimat. Nach einem weiteren Zwischenstop bei Mc Donalds, sangen wir noch ein paar Stimmungslieder. Zum Abschluss überreichten wir unserem netten Busfahrer Volker noch die zuvor gekauften Pralinen und bedankten uns für die tolle Fahrt. Und dann war unsere Klassenfahrt schon vorbei. Wir konnten unsere geliebten Eltern, Freunde und Freundinnen wieder in die Arme schließen. Am Ende waren sich alle einig: Die Klassenfahrt war ein tolles Erlebnis, denn unseren Zusammenhalt ist noch größer geworden und wir hatten eine Menge Spaß. Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich sehr stolz bin ein Teil dieser tollen Gemeinschaft zu sein und ich werde am Ende des Schuljahres meine Mädels ganz schön vermissen.

(Sarah Looks FOS12S2 2011-01-30)

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