Bildung und Kultur pur, Soziales und Erziehung live

Der Spaßfaktor ist dabei sicher nie zu kurz gekommen, so resümierte die GE13 einstimmig über die Studienfahrt nach Paris. Bildung kann also Spaß machen. Was will man mehr? Markus Stappert, unser Referendar am BK Borken, hat sich sofort wohl gefühlt in der GE13. "Wir haben uns vom ersten Augenblick an bei der Leitung der Klassenfahrt die Bälle zugespielt", so Frau Lösing-Fraune, Klassenleitung der GE 13. Kalle, unser Busfahrer, hat das Übrige dazu beigetragen, dass wir uns die ganze Zeit über sicher aufgehoben gefühlt haben.

Zur Studienfahrt im Einzelnen.

Für einen ersten Eindruck von Paris starten wir noch am Ankunftstag mit einer Bootsfahrt auf der Seine bei Nachteinbruch. Die Bootstour beginnt am strahlend erleuchteten Eifelturm. Die Tour führt geradewegs auf die Ile des la Cité zu, die kleine Insel auf der Seine, auf der sich der berühmte gotische Dom Notre Dame erhebt. Seine Berühmtheit erreichte er durch das Stück "Der Glöckner von Notre Dame", von Victor Hugo. Weiter geht es am Louvres vorbei, am Place de la Concorde und am Triumpfbogen. Wir unterqueren die wunderschönen Brücken, Pont Neuf und Pont Royale sowie Pont de Arts.

Am nächsten Morgen werden wir mit unserem Bus von unserer französischen Stadtführung Marie nochmals bei Tag durch die Stadt geführt. Startpunkt ist unser Jugendhotel im Osten der Stadt. Wir werden mit unserem Bus immer weiter ins Zentrum des ewig von Staus geplagten Paris gebracht. Für uns in diesem Fall ein Vorteil. So kann man viele Eindrücke der Stadt aufnehmen.

Das Stadtbild ist überall geprägt von verschiedensten Ethnien und buntem Treiben. Marie führt uns in die verschiedenen architektonischen Gesichter der Stadtteile ein und macht uns nochmals auf die wesentlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt Paris aufmerksam. Die Fahrt führt über die Champs Élysées, vorbei am Museé d'Orsay, noch einmal an Notre Dame vorbei, an la Chapelle de Conciergerie, an der L'Opera Garnier, an der Kirche Saint Marie Madelaine (bekannt seit " Sakrileg", von Dan Brown), an La Fayette, am Hotel des Invalides am Palais de l'Élysée usw. Die Stadtrundfahrt endet am Eifelturm.

Mit dem Aufzug geht es in die Höhen von Paris. Hier erschließt sich die Stadt aus einer dritten Perspektive: ein Häusermeer bis zum Horizont in alle vier Himmelsrichtungen. Am Mittwoch steht der Besuch von Schloss Versailles im Mittelpunkt, eines der berühmtesten Meisterwerke des Hochbarocks. Nicht nur der Spiegelsaal mit seiner multiplen, kulturgeschichtlichen Bedeutung ist ein so überaus eindruckvoller Raum, der seines Gleichen sucht. Versailles hat nur überwältigenden umbauten Raum zu bieten.

Am Donnerstag muss das Programm kurzfristig geändert werden. Die Ecole maternelle und Ecole primaire, eine Verbundschule von Kindergarten, Vorschule und Grundschule, wie sie in Frankreich überall in langer Tradition vorzufinden ist, wurder bestreikt. Zu viele Reformen mit zu rigorosen Einsparungen, wie wir auf unserem Ersatztermin in einem staatlichen Gymnasium erfahren, lassen die Franzosen ihr Bildungssystem bestreiken. Der Nachmittag ist mit einem weiteren Highlight versehen. Nach einem Picknick im berühmten Tuilerien-Park vor dem Louvres, durchschreiten wir die endlosen Flure des Louvres.

Warum die Mona Lisa so berühmt ist, ist eine Frage für den Kunstunterricht geblieben, die sicher noch aufgearbeitet werden muss.

In Geschichte mit Gesellschaftskunde wird es sicher Anknüpfungspunkte geben für die Frage, was es mit dem Spiegelsaal den nun im Einzelnen auf sich hatte.

Für das Fach Erziehungswissenschaften gab es bereits und gibt es verschiedenste Anknüpfungspunkte. In der 13 werden uns Ungereimtheiten der französischen Ganztagsschule ab 3 Jahre im Zusammenhang mit Bildungsvereinbarungen in Europa beschäftigen.

Mit dem Besuch des Hügels von Montmartre und der berühmten Zuckerkirche Sacre Coeur geht die Fahrt zuende. Auf dem Weg zur berühmten Zuckerkirche nutzen wir noch den größten multikulturellen Markt von Paris in Belleville, um uns für die Rückfahrt zu versorgen. Hier trifft man Araber, Bengali, Türken, Schwarzafrikaner, Marokkaner, Japaner und Chinesen an, also Männer und Frauen verschiedenster Kulturen, aber wenige Französinnen und Franzosen. Denn diesen Markt besuchen die einfachen und armen Bewohner von Paris, auch solche, die vielleicht nicht mal eine ständige Aufenthaltsgenehmigung haben. Beim Betreten der U-Bahn wird in allen Sprachen auf Vorsicht vor Taschendieben verwiesen.

Paris ist mondän, pittoresk, urban, Kulturhochburg von Weltklasse, Paris ist schmutzig und stinkt, Paris ist multikulturell und nicht einfach nur typisch französisch. Für eine Studienfahrt der gymnasialen Oberstufe für Erziehung und Soziales ist Paris sicherlich ein überaus geeigneter Lernort.

(LX 2011-09-28)

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Bildungsgang Gymnasium
Erziehung und Soziales