Fit für die Bewerbung

Die Klasse 11 ist geschafft, die Noten stimmen auch und langsam wird es Zeit, die berufliche Zukunft zu planen. Die meisten Schülerinnen und Schüler haben bereits Bewerbungen geschrieben, doch was passiert dann? Diese und weitere Fragen wurden im Rahmen des Bewerbungstrainings geklärt, das die Barmer GEK in Kooperation mit der Sparkasse Westmünsterland mit Schülerinnen und Schülern der Höheren Handelsschule durchführte.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Regionalgeschäftsführer, Herrn Möllmann, und der Vorstellung gängiger Test­verfahren stand sofort die Praxis im Mittelpunkt. Der erste Test hieß „Einmal um die Ecke denken“ und begann mit der Frage „Wie viele Geburtstage hat ein Mensch im Durchschnitt?“ Komplizierte Rechnungen wurden angestellt und führ­ten doch nicht zum richtigen Ergebnis. Einfach Logik vs. Statistik 1 : 0.

Herr Wolbeck von der Barmer GEK und Frau Leesing von der Sparkasse Westmünsterland, die die Veranstaltung durch­führten, beruhigten aber sofort. Das war gar nicht der richtige Test, sondern nur zur Auflockerung gedacht. Beim Beispieltest schnitten dann alle deutlich besser ab, obwohl einige sich nachträglich wünschten, häufiger nicht nur den Sportteil der Zeitung gelesen zu haben.

Vielen Unternehmen reichen aber solche Test­er­geb­nisse allein nicht mehr aus, um die Qualität von Be­werbern beurteilen zu können. Im „Assessment-Center“ müssen die Bewerber in Präsentationen, Gruppendiskussionen und Rollenspielen über­zeu­gen, wobei sie die ganze Zeit beobachtet werden. So erging es auch den Schülerinnen und Schülern, die sich und ihr Hobby vorstellen oder eine Dis­kus­sion zum Thema „Abitur nach 12 Jahren“ führen sollten. Hierbei übernahm ein Schüler die Modera­tion während jeweils zwei Schüler dafür und dage­gen argumentieren mussten. Schnell wurde erkannt, wo noch Optimierungsmöglichkeiten vorhanden waren.

Schwieriger wurde es, als versucht werden musste, im Rahmen eines Verkaufsgespräches im Reisebüro jemandem, der leicht Sonnenbrand bekommt, eine Kreuzfahrt in die Karibik zu verkaufen. Dank guter Tipps durch Herrn Wolbrink und Frau Leesing wurde aber auch diese Hürde gemeis­tert.

Die Durchführung eines Vorstellungsgespräches rundete die Veranstaltung ab, die zwischendurch immer wieder die Möglichkeit bot, offene Fragen zum Thema Bewerbung zu klären. So erfuhren wir z. B. dass Bewerbungsfotos immer vom Fotografen gemacht werden sollten und Frauen es bei der Wahl der passenden Bekleidung schwerer haben als Männer, da sie durch die größere Auswahl mehr Fehler machen können.

Als letzten Ratschlag gaben uns die Moderatoren neben Informationsmappen zur richtigen Bewerbung mit auf den Weg, dass ein Assessment-Center der letzte Ort ist, an dem man zurückhaltend sein sollte.

Im Anschluss waren sich alle einig, dass die gelungene Veranstaltung eine sehr gute Vorbereitung auf die anstehenden Bewerbungsverfahren ist. Selbst auf die schwierige Frage, was Renate mit 20 Seiten für die Schülerzeitung zu tun hat, wüssten unsere Schüler nun eine Antwort…

(SC 2010-07-14)

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