Fachoberschule für Gesundheit und Soziales

Absolutes Rauchverbot?

Rauchverbot?Die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule für Gesundheit und Soziales des BKB diskutierten mit der Ministerpräsidenten Hannelore Kraft über ein Rauchverbot ohne viele Ausnahmen.

Wird es in NRW ein absolutes Rauchverbot ohne Ausnahmen geben wie in Bayern?

Mit dieser Frage diskutierten die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule für Gesundheit und Soziales des BKB mit der Ministerpräsidenten Hannelore Kraft im Borkener Vennehof. Jessina Benson, Philipp Maas, Dafina Osmanaj, Kashifa Mahmood und Luisa Dirks u. a. berichten:

Geplant war das ursprünglich nicht. Aber erst mal kommt es anders und zweitens als man denkt. Ausgangslage war das Thema Rauchverhalten von Jugendlichen im Politikunterricht bei Herrn Leuker. Da das vorhandene Datenmaterial einer Shellstudie schon etwas veraltet war, entschlossen wir uns kurzerhand eine eigene Studie durchzuführen. Worauf wir uns eingelassen hatten, konnten wir damals noch nicht ahnen. Wir wussten, was wir wissen wollten.

Warum rauchen Jugendliche?

In welchem Alter fangen Jugendliche an zu rauchen?

Gibt es Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen?

Wie wirkt sich das soziale Umfeld(Familie und/oder Freundeskreis), auf das Rauchverhalten aus?

Was kann der Staat als Gesetzgeber unternehmen?

Bei der Erstellung des Fragebogens mussten wir schnell feststellen, wie viel Arbeit in so einer Studie steckt. Wie muss die Frage gestellt sein, damit alle darunter das Gleiche verstehen? In welcher Reihenfolge muss man die Fragen stellen? Wie werden Fragen gestellt, sodass tatsächliches Verhalten abgefragt wird und nicht nur wage Absichtserklärungen, die mit der Realität oft nichts zu tun haben?

Die anschließende Befragung ging relativ schnell. Innerhalb einer Woche interviewten wir über 450 Schülerinnen und Schüler des BKB. Die Auswertung war allerdings eine Sisyphusarbeit. Alle Interviews mussten nach verschieden Gesichtspunkten mehrmals ausgelesen und in Tabellen eingetragen werden. Die statistische Auswertung erfolgte teilweise im EDV-Unterricht bei Herrn Tacke. Da wir im Unterricht nicht alles schaffen konnten, musste die Auswertung auch zum großen Teil in zusätzlichen Stunden mit Herrn Leuker erfolgen.

Die inhaltliche Auswertung fand wieder im Politikunterricht statt. Das Ergebnis hat uns selber überrascht: Jugendliche rauchen heute viel weniger als vor fünf 10 oder noch mehr Jahren. Raucherverbote werden von Jugendlichen sehr viel positiver angesehen als von Erwachsenen. 85 Prozent der Jugendlichen befürworten aus verschiedenen Gründen ein Rauchverbot. Selbst bei den Rauchern sind nur noch 20 % gegen ein Rauchverbot.

Rauchverbot?Damit sind Jugendliche viel positiver für ein Rauchverbot eingestellt als Erwachsene. Als wir erfuhren, dass die SPD und die Grünen in Düsseldorf ein Gesetz planten, dass die vielen Ausnahmen zum Rauchverbot einschränken sollte, schrieben wir einen Brief an die Gesundheitsministerin Frau Babara Steffens, in dem wir von unseren Ergebnissen berichten wollten. Dann erfuhren wir, dass Herr Röttgen und Frau Kraft in den letzten Tagen der NRW-Wahl nach Borken kommen. Wir nahmen die Gelegenheit war und gingen mit einer Delegation aus beiden Klassen zum Vennehof.

Am Ende der Wahlveranstaltung hatten wir tatsächlich Gelegenheit mit der Ministerpräsidentin Frau Hannelore Kraft über das Gesetzesvorhaben zu sprechen. Nachdem der offizielle Teil der Veranstaltung vorüber war, kam Sie extra von der Tribüne zu uns herunter und nahm sich Zeit für uns. Sie war ganz natürlich und zeigte sich sehr beeindruckt von unserem Projekt. Als Sie erfuhr, dass nach unserer Untersuchung die meisten Jugendlichen einem Rauchverbot so positiv gegenüberstehen meinte sie: „Das ist doch gut so! Kann ich das Ergebnis mitnehmen? Dann kann ich vielleicht auch die Letzten in Düsseldorf von der Notwendigkeit eines neuen Nichtraucherschutzgesetzes überzeugen.“

Wir übergaben ihr ein Exemplar unserer Studie und hatten gar nicht bemerkt, dass überall um uns herum Fotografen und Kameraleute Aufnahmen von unserem Gespräch gemacht hatten. Erst als Frau Kraft sich von uns verabschiedete und das Blitzlichtgewitter loslegte, wurden wir uns dessen bewusst.

Insgesamt war die Durchführung des Raucherprojektes eine gelungene Sache. Und dass wir zum Schluss sogar mit der Ministerpräsidentin über unser Projekt reden konnten, daran hätte ich nicht mal im Traum gedacht.

Das Raucherprojekt bei borio.tV

(LEU 2012-06-10)

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