Gestählte Industriekaufleute!

Einen interessanten Einblick in die 150-jährige Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie gewannen die Schülerinnen und Schüler der Industriefachklasse WIM1 beim Besuch des Rheinischen Industriemuseums in Oberhausen Ende Januar. In der historischen Walzhalle der Zinkfabrik Altenberg erfuhren sie alles über die ursprünglichen Erz- und Steinkohlevorräte der Region, den Erfindergeist der damaligen Zeit, wodurch das Ruhrgebiet zur Region der Schwerindustrie aufstieg. In einem begehbaren Schmelzofen, der die Verhüttung von Koks thematisierte, zogen die Schülerinnen und Schüler Vergleiche zum Unterrichtsthema Fertigungsverfahren im Allgemeinen und zum Kuppelproduktionsprozess im Besonderen.

Doch das alles wurde nicht nur auf die verklärende Romantik der inzwischen untergegangenen Industriekultur reduziert. Die Maloche, der Schweiß der Arbeiter und deren Entbehrungen wurden in einer sachkundigen Führung eines Museumspädagogen ebenso thematisiert. Eine 1942 von Krupp gebaute Dampflokomotive, riesige Walzen und ein 10 Meter hoher und 53 Tonnen schwerer Dampf-Hammer zeugen noch heute von der harten Arbeit in der ehemaligen Zinkfabrik.

Besonders angetan waren die Schülerinnen und Schüler von der Demonstration einer Prüfmaschine zur Festigkeit von Stahl: Unter lautem Knall brachte ein rüstiger Pensionär Stahlkanten zum Reißen.

Neben der wechselhaften Beziehung von Wirtschaft, Politik und Militär zeigte die Ausstellung auch den Strukturwandel, der das Gesicht der gesamten Region verändert hat. Vergleiche der Schülerinnen und Schüler zur heimischen Textilindustrie und dem Strukturwandel im westlichen Münsterland nahm der Museumspädagoge dankbar auf.

Nach diesem Museumsbesuch schloss sich ein Aufenthalt in Oberhausen Mitte an. Durch diese interessante Exkursion insgesamt gestählt ging es dann auf einer reibungslosen Bahnfahrt wieder Richtung Borken.

(SH 2008-02-07)

zurück