Up and away ...

Aus dem Tagebuch eines Praktikanten – John in London

Heute ist der 17. August 2017. 9:23 Uhr. Großraumbüro in London. Ich habe gerade ein paar Minuten Zeit, meine Erinnerungen an die bisher vergangenen drei Wochen zusammen zu fassen, bevor um 10 Uhr der nächste Kurs startet. Ihr fragt euch jetzt sicherlich: “Was für Kurse? Wer ist der Typ und wieso lese ich mir gerade diesen Artikel auf der Schulhomepage durch?” Lasst es mich kurz erklären: Mein Name ist John, ich bin 17 Jahre alt und besuche im Moment die Höhere Handelsschule hier am BKB. Im November letzten Jahres habe ich mich nach einer Aneinanderreihung von Zufällen dazu entschieden, in den Sommerferien ein Auslandspraktikum in London zu machen. Das ist am BKB gar nicht so selten, wie ihr vielleicht denkt, jedes Jahr machen sich circa 15 Schüler auf den Weg durch Europa. Wieso schreibe also gerade ich diesen Artikel? Weil meine Englischlehrerin Frau Schneider mich darum gebeten hat, Grüße gehen raus an dieser Stelle.

Der Flug lief recht unproblematisch, im Anschluss ging es mit dem Heathrow Express in die Stadt. Fuer den restlichen Weg zur Gastfamilie benötigte ich auf Grund meiner hervorragenden Orientierung im strömenden Regen nur knapp drei Stunden, unnötig zu erwähnen, dass sich das Wasser einen Weg in den Koffer gesucht hatte. Die Gastfamilie war und ist sehr nett, die Kochkünste der Gastmutter sind auf jeden Fall akzeptabel. Schimmel im Bad ist jetzt nicht so nice, darüber kann man aber für vier Wochen hinwegsehen.

Sonntag

„The city that never sleeps” trifft recht gut auf London zu, da das Haus meiner Gasteltern dann auch noch minimal hellhörig ist und keine richtigen Jalousien hat. Mit Schlafen ist dann nicht mehr so viel. Also mache ich mich an diesem, natürlich verregneten, Sonntag auf den Weg in die Stadt, um mich mit japanischen Touristen um die besten Fotomotive zu kloppen.

Montag

Ab heute ist nichts mehr mit ausschlafen, ich starte in die Arbeitswelt Londons. Bevor es aber soweit ist, steht ein “Introduction Meeting” bei TWIN an, das ist die Agentur, welche sich um meinen Praktikumsplatz und um die Unterbringung gekümmert hat. Nach und nach trudeln die anderen Praktikanten ein, wir sitzen zu zehnt in dem Raum. Alle sind komischerweise unglaublich nervös und krallen sich an ihre Unterlagen, ich versuche die Stimmung mit einem internationalen Witz auf Englisch aufzulockern und verliere damit spektakulär. Nur ein Mädchen aus Frankreich huscht ein leichtes Lächeln über ihr Gesicht, wir kommen ins Gespräch und verstehen uns auf Anhieb gut. Zwei andere Jungs aus Frankreich kommen auch noch mit dazu und so sind nach zehn Minuten bereits die ersten Kontakte geknüpft. Das sollte sich noch als sehr hilfreich erweisen, denn wir machen so gut wie jeden zweiten Tag etwas miteinander und probieren verschiedene Restaurants sowie Bars aus. Nach der Einführung durch TWIN warte ich knapp eine Stunde auf einem viel zu kleinen Sessel auf die Travelcards und mache mich im Anschluss auf dem Weg zur Firma.

Erste Eindrücke: Keiner interessiert sich wirklich für mich, ich warte gefühlte drei Stunden darauf, dass ich mit einer Angestellten das obligatorische „Interview” führen darf. Morgen wird alles besser!

Dienstag, 01. August – Sonntag 06. August

Nein, die folgenden Tage wird es nicht besser. Ich sitze acht Stunden am Tag in einem Hinterzimmer und binde Booklets für die Firma zusammen, drucke Sachen aus und bewältige den Beamtenmarathon: drucken, tackern und abheften. Fassungslos sitze ich manchmal dort hinten und mache mir bewusst, dass ich gerade meine wertvolle, begrenzte Zeit damit verbringe, Sachen auszudrucken. Am Freitag habe ich keine wirkliche Lust mehr und spreche mit Katie, die mich während meiner Zeit hier „betreut”. Eine gute Entscheidung, denn sie verspricht auf jeden Fall, etwas an den Aufgaben zu ändern und ist froh, dass ich das Problem angesprochen habe. Die Abende in dieser Woche sind mit das Beste, was man sich vorstellen kann, meine neuen Bekannten aus Frankreich und ich probieren verschiedene Restaurants und Bars aus, genießen die lauen Sommerabende mit neuen, atemberaubenden Blicken über die City of London. Schlaf kommt in dieser Woche auf jeden Fall zu kurz.

Montag, 07. August – Freitag 11. August

Finally it got better! Die Aussprache mit Katie hat wirklich geholfen, jetzt habe ich Aufgaben, die mehr meinen Vorstellungen entsprechen. Kundenkontakt gehört jetzt ebenso zu meinem Aufgabenbereich, sowie die Betreuung der Social Media Accounts und der Werbung.

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