Landrat Dr. Kai Zwicker diskutierte mit Landwirte-Fachklasse des Berufskollegs Borken

„Bauern sollen die Positionen des eigenen Berufsstandes in der Öffentlichkeit offensiv darstellen“

LandwirteKreis Borken. Die jungen Leute in der Fachklasse Landwirtschaft des Berufskollegs Borken haben sichtlich Freude an ihrem Ausbildungsberuf. Die Gründe dafür lieferten sie Landrat Dr. Kai Zwicker bei dessen Besuch in der Schule gleich mit: Die Arbeit mache viel Spaß, bringe sie schon früh dazu, Verantwortung für Tiere, Pflanzen, Acker und Hof zu übernehmen und sei zudem außerordentlich vielseitig. Größter Wunsch der angehenden Landwirtinnen und Landwirte ist folglich, dass ihr Beruf Zukunft hat. Die schwierige Situation ihres Berufsstandes lasse allerdings manche daran zweifeln, hieß es. Darauf bezugnehmend riet der Landrat, den Kopf keinesfalls in den Sand zu stecken. Er forderte stattdessen dazu auf, die Anliegen der Landwirtschaft offensiv vorzutragen und sich überdies generell auch in Vereinen, Verbänden und Parteien für das Allgemeinwohl einzusetzen.

Sichtlich beeindruckt zeigte sich Dr. Zwicker von den vielfältigen Ausbildungsinhalten des Bildungsganges Landwirt/in, die Klassensprecher Hendrik Stenkamp und weitere Mitschüler eingangs in einem kurzen Vortrag im Beisein von Schulleiter Josef Brinkhaus sowie den Lehrern Rudolf Rennefeld und Georg Rüther vorstellten. Deutlich wurde beispielsweise, dass die Düngung der Ackerflächen, aber auch die Fütterung der Tiere nach genau errechneten Parametern erfolge. „Es liegt doch in unserem ureigensten Interesse, die Wirtschaftsgrundlagen zu erhalten und verantwortungsvoll mit den Ressourcen umzugehen, schließlich wollen wir auch künftig von der Landwirtschaft leben“, erklärten die Schüler.

Landwirte

 

Die Veränderungsprozesse im landwirtschaftlichen Bereich seien allerdings auch im Kreis Borken außerordentlich groß, betonten sie in der anschließenden lebhaften Diskussion. Zudem gebe es immer mehr Vorschriften, die oft kostenträchtige Investitionen nachsichziehen. Verbunden mit dem Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte könne dies für die bäuerlichen Familienbetriebe existenzbedrohend sein. Landrat Dr. Zwicker entgegnete, all dies dürfe aber nicht zu Resignation führen. Vielmehr gelte es, sich offen mit der Situation auseinanderzusetzen und die Positionen des eigenen Berufsstandes in der Öffentlichkeit darzustellen. Die Bevölkerung sei bei Themen, bei denen es um Grundbedürfnisse wie Essen und Trinken gehe, sehr sensibel. Darauf habe sich die Landwirtschaft einzustellen und mit dazu beizutragen, Mängel zu beseitigen bzw. gar nicht erst aufkommen zu lassen. Damit bezog sich der Landrat insbesondere auf die Gewässerverunreinigungen, die in den vergangenen Wochen entstanden sind. Gleichzeitig müsse sie der Bevölkerung ein realistisches Bild der Abläufe auf den heutigen, modernen Bauernhöfen vermitteln, so Dr. Zwicker. Viele Menschen hätten hingegen noch romantisierende Vorstellungen über die Landwirtschaft, wie sie seit Jahrzehnten unverändert in Kinderbüchern zu finden sind.

Pressedienst des Kreises Borken vom 11.02.2016 / Nr. 69

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