Unterwegs in Rhede

Betriebsbesichtigung der Landwirtschaftlichen Oberstufe

Am 11.02.2014 besichtigte die AO2 den landwirtschaftlichen Betrieb von Herrn Hugo Nienhaus in Rhede. Nach dem Unterricht um 11 Uhr trafen wir uns auf dem Betrieb von Herrn Nienhaus, dort begrüßte er uns und stellte seinen Betrieb anhand seiner Betriebszahlen vor. Die Betriebszweige auf dem Hof in Rhede sind Ackerbau, Schweinemast und die Energieerzeugung in Form von Biogas, Windkraft und Photovoltaik.

Hauptsächlich erklärte uns Herr Nienhaus die Biogasanlage. Die Biogasanlage wurde schon vor einigen Jahren gebaut, um den landwirtschaftlichen Betrieb mit einem weiteren Betriebszweig für die Zukunft zu rüsten. Mit der Biogasanlage wollte man die vorhandene Gülle und Flächen des Familienbetriebs nutzen.

Zuerst wurde die Anlage nur auf Getreidebasis mit Gülle geplant. Die Anlage besteht aus einem Fermenter, in dem das Getreide und die Gülle in einem passenden Verhältnis zugemischt werden, damit die Bakterien gut arbeiten.

Der Fermenter, sowie der Nachgärer, der die Verweilzeit des Biogassubstrates in der Anlage verlängert, sind mit großen Rührwerken ausgestattet, damit das Substrat in der Anlage immer flüssig bleibt. Außerdem sind die Behälter auf 38 Grad erwärmt, damit die Umsetzung zu Gas möglichst schnell vonstattengeht. Zum Schluss werden die Gärreste im Endlager für die Ausbringung auf dem Acker gelagert. Vor einiger Zeit wurde die Anlage von Getreide auf Silomais umgestellt.

Durch den Maiszünzler, Maiswurzelbohrer und die Vermaisung im Kreis Borken hat der Betrieb den Maisanbau schon wieder zurückgefahren. Heute setzt er zum größten Teil Zuckerrüben, Mist und abseparierte Gülle in der Anlage ein.

Die Zückerrüben werden in der eigenen konstruierten Anlage erst von den Steinen getrennt und gewaschen, damit diese nicht der Anlage schaden und sie verstopfen. Danach werden die Rüben gehäckselt und in den Vorratsbehälter befördert, wo sie dann durch den Fütterungscomputer in die Anlage gepumpt werden.

Nienhaus verfügt über zwei Satelliten Blockheitkraftwerke, die an eine Gärtnerei und an eine Behindertenwerkstätte, jeweils ca. 3,2 km vom Hof entfernt, Wärme liefern. Das Blockheizkraftwerk am Hof versorgt den kompletten Betrieb mit Strom, der Rest wird ins öffentliche Netz eingespeist. Die Wärme wird für den eigenen Bedarf, die Stallungen und das Aufheizen der Gärsubstrate, die für die Biogasanlage gebraucht werden, genutzt. Von der Biogasanlage wird das Gas aufbereitet und über Leitungen zu den BHKW gepumpt und dort vor Ort verbrannt. Der Strom wird direkt in das öffentliche Netz eingespeist und die Abwärme wird für das Aufheizen des Gewächshauses und der Werkstätten genutzt. Momentan versucht der Betrieb die Gärreste zu separieren und die Nährstoffe in der festen Phase mit einem Trockensubstanzgehalt von 25-30 %, in verschiedene Ackerbauregionen zu fahren. Auf seinen Ackerflächen wird nur die dünne, nährstoffarme Gülle ausgebracht, um die Nährstoffüberschüsse in den Griff zu bekommen.

(Thomas Roß ALO2)

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