Auf geht's ...

Coole Ideen für Start-Up-Unternehmen mit nachhaltigem Angebot

Der Arbeitsauftrag lautete: „Gründet ein eigenes Start-Up-Unternehmen für ein Produkt oder eine Dienstleistung und entwickelt ein nachhaltiges Angebot!“ Gar nicht so einfach, aber die zwei Klassen der Höheren Handelsschule vom Berufskolleg Borken, die die Wanderausstellung „KonsumKompass“ im kult in Vreden an zwei aufeinander folgenden Tagen erkundet haben, konnten richtig coole Ideen für Start-Up-Unternehmen entwickeln. Und quasi nebenbei haben sie sich die interaktive Ausstellung „KonsumKompass“ zu den Themen nachhaltiger Konsum und zukunftsfähige Lebensstile erarbeitet.

In jeweils sechs Gruppen haben die angehenden Fachabiturienten mit dem Schwerpunkt Wirtschaft arbeitsteilig ihre Ideen sehr ernsthaft, engagiert und kreativ bis zur Präsentation entwickelt. Die sechs Themenbereiche lauteten IT-Innovation, Mode, Kommunikation und Werbung, Architektur, Tourismus und Einrichtungsdesign. Dabei haben die Schüler oft den Spagat gemeistert, gleichzeitig alle Aspekte der Nachhaltigkeit in ihre Unternehmensgründungsstrategie einzubeziehen. Denn häufig wird ein Primat der Wirtschaft eingefordert, weil die Nachhaltigkeitsaspekte Umwelt, Soziales und Wirtschaft in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen. Aber die Schüler haben gesellschaftliche Lern-, Entwicklungs- und Innovationsfähigkeit bewiesen, weil sie die Ziele Soziales und Umwelt gefördert und gleichzeitig wirtschaftliche Ziele berücksichtigt haben.

Eine Gruppe hat beispielsweise ein (fiktives) Bau- und Wohnprojekt vorgestellt: Die Menschen leben umweltbewusst in von Tageslicht durchfluteten Räumen, in denen man Senioren die Erdgeschoss-Wohnungen überlässt, um das Geld für den teuren Aufzug zu sparen. Durch clevere Design-Stauraum-Möbel und weitere multifunktional einsetzbare Möbel, z. B. ausziehbare Schreibtische, spart man Wohnfläche sowie Miet- und Nebenkosten. Die Nähe zur Stadt und komfortable Fahrradparkplätze sorgen dafür, dass das Auto öfter stehen bleibt und man sich mehr bewegt.

Könnte man nicht auch Kleidung aus dem Plastikmüll der Meere herstellen? Oder gibt es Familien, die mit dem Bus in einer Gruppe Deutschland und ferne Länder bereisen möchten? Das ist besonders umweltfreundlich, preiswert und eine entspannte Sache für Eltern und Kinder. Man lernt nicht nur fremde Ziele sondern auch neue Menschen kennen.

Von einem Belohnungs-Punkte-System für „gute“, regionale und saisonale Artikel, das auch anzeigt, bei welchem Anbieter die Produkte verfügbar sind, würden die regionalen Anbieter und die Bürger profitieren. Die Bürger erhalten frische Produkte, die in der Saison günstig sind und keine langen Transportwege hinter sich haben. Die Anbieter erhalten ihr Geld direkt ohne Zwischenhandel von den Kunden. Und vielleicht steigt dadurch auch die Wertschätzung für Lebensmittel und die Arbeit der Landwirtschaft vor Ort.

So gesehen war der Besuch der Ausstellung für alle Beteiligten ein Gewinn. Ein besonderes Dankeschön geht an den Kreis Borken, der die Buskosten übernommen hat, so dass die Schüler nur noch den geringen Beitrag für die Seminarkosten bezahlen mussten.

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