Exkursion der Fachschule nach Zwillbrock

Handwerkliche Leistung aus nächster Nähe

Exkursion der Klasse FSOHSK mit der Klassenlehrerin Frau Risch zur Barockkirche „St. Franziskus Zwillbrock“ im Rahmen des Baugeschichte – Unterrichtes im 1. Halbjahr 2006/2007 – Thema: „Barock im Münsterland“

Wer wünscht sich das nicht: Ein Treffen mit einem Zeitzeugnis, welches der Architektur vergangener Zeiten entsprang?

Als baugeschichtlich interessierte/r Fachschüler/in für Baudenkmalpflege und Altbauerneuerung (FSOHSK) ist eine solche Exkursion eine sehr willkommene Gelegenheit, sich einmal direkt vor Ort mit den großartigen handwerklichen Arbeiten vorheriger Generationen näher befassen zu können.

Dies wurde uns in der oben genannten Kirche ermöglicht. So war es uns sogar erlaubt, in den sonst mit einer Alarmanlage gesicherten Altarraum einzutreten und die sehr detaillierten Intarsienarbeiten (Einlegearbeiten) aus Zinn an der

Kommunionsbank, die Marmorimitationen an den hohen, das Altarbild einrahmenden, Säulen zu betrachten sowie das reichlich beschnitzte und farbig gefasste Chorgestühl zu bewundern. Dieses Chorgestühl diente bereits in einer, im Rahmen des Unterrichts als Gruppenarbeit, erstellten Bestandsaufnahme über eine Kirchenbank der Raesfelder Schlosskapelle, als ein Vergleichs- bzw. Beispielobjekt. Somit war es nun umso beeindruckender, die einzelnen Feinheiten dieser handwerklichen Leistung aus nächster Nähe bewundern zu können. Auch der Reliquienschrein und die Kanzel boten auf beeindruckende Weise einen Einblick in die handwerklich hochwertigen Fähigkeiten der damaligen Personen, die diese Arbeiten in den verschiedenen Gewerken ausführten.

Hinter der recht schlichten Fassade dieses Gebäudes lässt sich nicht unbedingt eine solche prachtvolle Vielfalt an Handwerkskunst vermuten, daher erwies es sich als sehr lohnenswert, im wahrsten Sinne des Wortes, einmal hinter die Fassade zu schauen.

Und im Vorgarten der Kirche wächst auch heute noch eine ganz besondere Distelpflanze, der Akanthus. Die Form seiner Blätter diente in verschiedenen Stilepochen als ein beliebtes Zierornament (z.B. bereits in der Antike, aber auch später wieder in der Renaissance und dem Barock). Es lässt sich also sagen, dass diese Exkursion einmal mehr zeigte, wie lebendig die Baugeschichte und die ihr entsprungenen Bauwerke mit all ihren Stilmerkmalen ist. Eine solch intensive und aktive Begegnung und Auseinandersetzung mit baugeschichtlichen Werken ist als sehr positiv und lehrreich zu bewerten.

(Für die Klasse FSOHSK: Katharina Opolka 2006-11-19)

Anmerkung: Am 6.12.06 setzen wir unsere Reihe fort und fahren in die Stadt Münster, um Werke des bekannten Münsterländer Barockarchitekten Johann Conrad Schlaun zu besichtigen!

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