Projekttag 2015

Lasst die Moschee im Dorf

Moschee im DorfIm Rahmen des diesjährigen Projekttages am Berufskolleg Borken besuchten 58 Schüler die Merkez Moschee in Duisburg Marxloh. Mit dem weltweit einzigartigen Konzept „Bildungs- und Begegnungsstätte in der Moschee“ wird ein Beitrag zum Miteinander geleistet. Der Besuch dient zum einen der Erkundung des einzigartigen Moscheegebäudes in Duisburg, zum anderen der Begegnung mit der islamischen Kultur. In Duisburg Marxloh angekommen wurden die Schüler von Fr. Gülay Öztürk, der Mitarbeiterin der Begegnungsstätte Duisburg, begrüßt/empfangen und zu einem Gespräch und einer Besichtigung des Zentrums eingeladen.

Im Vordergrund stand zunächst die Architektur der Moschee mit ihrer traditionellen Kuppelbauweise und den kunstvoll handbemalten Kuppeln und Kacheln. Darüber hinaus wurden den Schülern die funktionalen Einrichtungselemente wie die Mihrab (Gebetsnische), die Minbar (Kanzel für die Freitagsprädigt) oder die Minarette erläutert.

Es ging weiter mit der Enstehungsgeschichte der Gemeinde und der Bauphase der Moschee. Wo heute die Moschee steht, befand sich früher eine Zechenkantine. Es waren Kumpel aus dem Bergwerk, die 1984 die Gemeinde gegründet haben. Während der Planungs- und Bauphase wurden die Entscheidungen im Beirat gemeinsam mit den Nachbarn, der katholischen Gemeinde St. Peter und der Stadtverwaltung beschlossen.

Anschließend stellte Fr. Öztürk mithilfe einiger Schüler und Lehrer Riten, Bräuche und Regeln im Islam, wie das Gebet, die rituelle Waschung vor dem Gebet oder das Fasten vor. An dieser Stelle wurden seitens der Schüler besonders viele Fragen gestellt, die von Fr. Öztürk verständlich beantwortet wurden. Die Schüler spürten nicht nur Berührungspunkte und Gemeinsamkeiten der Religionen und Kulturkreise, sondern setzten sich gleichermaßen mit den Ursachen der Fremdenfeindlichkeit und der abweisenden Haltung gegenüber dem Islam auseinander. In unserer heutigen Zeit mischt es sich mit Ängsten, die von terroristischen Anschlägen herrühren. Der Projekttag ist deshalb ein Schritt gewesen, ein differenziertes Bild des Islams zu gewinnen, und zwar insbesondere, weil ein direkter Kontakt hergestellt werden konnte.

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Damit war der interessante Vormittag noch nicht vorbei. Die Schüler nutzten das warme Spätsommerwetter aus und schlenderten über die berühmte Marxloher Brautmodenmeile. Dieser Stadtteil steht exemplarisch für eine ausgeprägte kulturelle Vielfalt, die Erstaunliches zu bieten hat. Zugleich ist der Stadtteil ein beeindruckendes Beispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Im Anschluss traf man sich gemeinsam in einer Gaststätte, in der die Schüler entspannt bei türkischen Spezialitäten die neuen Eindrücke diskutierten und besprachen.

Projekt 58: „Lasst die Moschee im Dorf“/ Teilnehmer 58 Schüler

Schülerbericht

Ich empfand den Ausflug zur Moschee in Duisburg als sehr interessant. Aufgrund der aktuellen Situation bzgl. der Anschläge des IS wollte ich mir gerne ein Bild von den Inhalten des Islam machen und mir die Religion erklären lassen. Zudem hätte ich die Moschee privat wahrscheinlich nicht besucht.

Das Gotteshaus hat mich extrem beeindruckt durch seine imposante Bauweise und Inneneinrichtung. Ich habe viel erfahren, was ich vorher nicht wusste.

Es war interessant zu sehen, wie eine andere Kultur und Religion mitten in Deutschland existiert und wächst. Durch den Ausflug habe ich viele positive Erfahrungen sammeln können.

Marleen Hesterwerth

 

Der Tag in Duisburg in der Moschee war sehr schön. Die Rundführung von Fr. Öztürk war sehr ausführlich und spannend. Wir haben viel Neues über den Islam und die Kultur gelernt.

Alina Hetkamp und Thomas Özdemir

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