Lehrerfortbildung

Praxistag Einzelhandel

Praxistag EinzelhandelAm 10.03.2011 hatten fünf Kollegen des Bildungsganges Einzelhandel die Gelegenheit, im „real, – Future Store“ in Tönisvorst einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen des Einzelhandels zu bekommen.

Dazu erläuterte uns Frau Eksen, die Geschäftsführerin des Einzelhandelsver-bandes Westfalen-Münsterland, zunächst die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft des Einzelhandels anhand lebendiger Beispiele und allseits bekannter Unternehmen, wie z.B. Ikea, Aldi, Kaufhof, etc.

Auf die Frage „Welchen Anforderungen muss sich der Einzelhandel in Zukunft stellen?“

lautete die Antwort: der Einzelhandel muss

– extrem flexibel sein

– sich auf hybride Kunden einstellen, d.h. auf Kunden die sich in keine Schublade stecken lassen und sowohl (preis-)bewusst als auch mit Lust (auf Luxus) einkaufen

– Sortimente, Ladengestaltung und Kundenberatung auf immer ältere und rüstige Kunden anpassen

– auf die Herstellung und Herkunft der Waren achten, da diese Punkte bei den Kunden der Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden

– auf Ressourcenver(sch)wendung achten, da Umweltpolitik und der Umgang mit unseren Ressourcen das große Thema der Zukunft sein wird

– schneller technische Entwicklungen (Kassen- und/oder Bezahlsysteme, Kühl- und Klimatechnik, etc) berücksichtigen

– Preise plausibel gestalten, d.h. begründbar machen, da der Kunde durch das Internet immer besser informiert ist und leicht Vergleiche anstellen kann („der Preis wird zunehmend diskutiert werden“)

– eine Philosophie verkaufen, denn ein Produkt bekommt der Kunde überall; damit er bei uns kauft, müssen wir ihm ein stimmiges Paket verkaufen, in dem Unter-nehmen und Mitarbeiter ein gutes Team bilden

Im Anschluss an diese Ausführungen veranschaulichte Herr Noppenberger, zuständig für das Auszubildendenrecruiting, die Abiturientenausbildung und das Personalmarketing bei Real, die „zukünftigen Anforderungen an Mitarbeiter im Einzelhandel“, wobei er schwerpunktmäßig auf Ausbildungsinhalte und Ausbildungsförderprogramme einging und sehr detailliert auf die Erwartungen an aktuelle und zukünftige Auszubildende hinwies.

Darauf achten Unternehmen bei der Einstellung von Auszubildenden:

– ansprechende, ordentliche Bewerbung

– unentschuldigte Fehlzeiten

– Praktika (über die Schule/privat)

– Engagement z.B. in Vereinen, in der Schule, etc.

– Schulnoten

– offenes, freundliches Auftreten

– angenehmer Umgang mit anderen Menschen

– Teamfähigkeit und Leistungsbereitschaft

– Begeisterung und Interesse für den Handel

Die zentrale Frage:„Was muss den Auszubildenden bereits während der Ausbildung vermittelt werden, um den späteren beruflichen Anforderungen gerecht zu werden?“ beantwortete Herr Noppenberger mit folgenden Schlagworten:

– Vermittlung von Warenkenntnissen, um kundenorientiert und kompetent handeln zu können (z.B. durch bundesweite Branchenwettbewerbe wie „Grips & Co“)

– Förderung von innovativen und kreativen Ideen (z.B. durch frühzeitige Einbindung ins Team), eng verbunden mit

– Übernahme, aber auch Übergabe von Verantwortung (erste Führungsverantwortung in der Ausbildung in konzerninternen Wettbewerben, Wochenprojekten wie „Azubis leiten die Obst- und Gemüseabteilung“, etc.)

– Handelsprozessorientiertes Lernen, um komplexe Abläufe zu erfassen und Zusammenhänge zu erkennen (z.B. konzerninterne Planspiele oder öffentlich zugängliche Szenarien wie bspw. der „virtuelle Supermarkt“, den man kostenlos im Internet finden kann)

– Stärkung der sozialen Kompetenz (durch Einbindung von sozialen Projekten in der Ausbildung, z.B. Aktionen vor Ort mit Kinder- und Seniorenheimen, Kindergärten, Schulen, usw.)

– Schaffung von Motivation und Anreizen (z.B. durch Teilnahme an Events oder Projekten als Belohnung für erbrachte Leistungen)

Bis dahin sehr kurzweilig vorgetragene (und diskutierte) Informationen, die größtenteils das bestätigt haben, was wir täglich unseren Schülern „predigen“ und an ihnen „praktizieren“: Eigenständiges und selbstverantwortliches Denken und Handeln, Präsentieren und Lösungen begründen, Lernsituationen bearbeiten, um ganzheitliche Zusammenhänge zu verstehen, etc.

Praxistag Einzelhandel

Im Anschluss an die Vorträge und den Austausch über die angesprochenen In-halte und Umsetzungen, bekamen wir noch eine Führung durch den „real, – Future Store“, der uns u.a. mit „Soundduschen“ in der Elektronikabteilung, einer Fitnessfläche (zum Ausprobieren) in der Sportgeräteabteilung, einem Rezeptberater bei Obst und Gemüse, einer Probierstation in der Weinabteilung und einem Hauttyp-Analyser in der Drogerie- und Kosmetikabteilung beeindruckte.

Praxistag Einzelhandel

Alles in allem ein sehr gelungener und ertragreicher Tag!

(HC 2011-03-28)

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