Projekttage Schönstätter Marienschule

Schönstätter Marienschule trifft das Berufskolleg Borken

Mädchen im BlickEine neue und spannende Herausforderung für unser Berufskolleg lag in der Gestaltung und Durchführung zweier Projekttage mit Schülerinnen der Schönstätter Marienschule.

Die staatlich anerkannte Realschule für Mädchen ist eine katholische Schule in freier Trägerschaft der Schönstätter Marienschwestern. Das besondere Schulkonzept dieser wirklich interessanten Schulform war auf der Homepage schnell zu finden:

„Mädchen im Blick“

 Mädchen im Blick, genau dieses Motto war eine Grundlage bei der Planung unsere gemeinsamen Projekttage am Berufskolleg Borken. Wichtig für uns war es auch Themenbereiche zu finden, die auch insbesondere Mädchen interessieren.

 

Unsere Gäste am Dienstag den 09.04.2013 und
Mittwoch den 10.04.2013 waren:

15 Schülerinnen des 8c NW-Kurses

8. Jahrgang, Neigungsschwerpunkt: Naturwissenschaften und

9 Schülerinnen des 9b NW-Kurses

9. Jahrgang, Neigungsschwerpunkt: Naturwissenschaften

in Begleitung der Kollegin Ulla Lensen, Schönstätter Marienschule, Borken

 

Nähere Informationen zur Mädchenrealschule und zu ihrem sehr interessanten Schulkonzept lassen sich auf den Internetseiten der Schönstätter Marienschule finden:         

http://www.sms-borken.de

Am ersten Projektag
konnte jede Schülerin unter Anleitung von Herrn Buer und Herrn Bröcker in der Holzwerkstatt und in der Metallwerkstatt ihren persönlichen Handyständer bauen. Ein Handyständer besteht aus vier Bauteilen, die aus jeweils unterschiedlichen Materialien bestehen. Da jeder Werkstoff mit handwerklichem Geschick, Kleinmaschineneinsatz und sogar mit CNC- Unterstützung unterschiedlich zu bearbeiten war, warteten interessante Aufgabenstellungen auf unsere Gäste.

Aufgabe der Schülerinnen war es, anhand eines Laufzettels 24 Stationen zu durchlaufen. Als Berufskolleg war es uns bei der Planung dieser Projekttage wichtig, dass die Schülerinnen unter unserer Begleitung eigenständig arbeiten konnten und auch den Umfang der Arbeiten erfassen und somit verstehen konnten. Nicht zuletzt sollte die Aufgabe auch den Anspruch haben die Schülerinnen altersgerecht zu fordern und nicht zu überfordern.

Anzeichnen der Fertigungskonturen nach Zeichnungsvorlage, ein fachgerechter Umgang mit Handwerkzeugen, Kleinmaschinen und die Beobachtung und die Beurteilung einer Demonstration der CNC- Fertigung, das waren die Aufgaben unserer Gäste. Ein strammes Programm für einen – wie wir finden – gelungen ersten Projekttag.

Nun eine Kurzbeschreibung des Handyständers:Unbenannt-1

Der Handyständer besteht im Wesentlichen aus drei Bauteilen:

Bauteil 1:

Standfuß aus verzinktem Tafelblech (Materialstärke 1mm)

Bauteil 2:

Schale aus Plexiglas
(Materialstärke 3mm)

Bauteil 3:

Smiley aus Multiplexplatte
(Materialstärke 10mm)

Die Besonderheit für die Schülerinnen bestand in der Möglichkeit sich aus *24 verschiedenen Smileys zwei Motive auszusuchen. Die Smileys sind durch eine Klippfunktion in der Plexiglasscheibe austauschbar oder auch drehbar.

*Eine Zeichnung der Smileys und auch aller weiteren Planungsunterlagen wie Laufzettel und der dazugehörigen  technischen Zeichnungen finden Sie im Anhang.

 

Am zweiten Projektag
fanden Unterrichtsbesuche diversen Fachklassen des dualen Schulsystems sowie des Technikgymnasiums statt:

  • Die Fliesenleger präsentierten Fotos ihrer Arbeiten
  • Die Zimmerer stellten Aufgaben aus der praktischen Prüfung vor
  • Die Metallbauer bezogen die Schülerinnen mit der Durchführung eines Museumsgangs direkt in den Unterricht mit ein.
  • Die Tischler planten gemeinsam mit unseren Gästen eine Küche
  • Die Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik zeigten eine Schützsteuerung eines Drehstrommotors.
  • Bei dem Besuch des Maschinentechnik-Leistungskurses Technik-Gymnasiums stand das Bauen von Pneumatikschaltungen im Vordergrund.
  • Beim Leistungskurs Elektrotechnik des Technik-Gymnasiums durften die Mädchen eigene Schaltungen stecken

Bei den letzten beiden Punkten gefiel den Schülerinnen besonders der hohe Praxisanteil.

Nach den Unterrichtsbesuchen wurde in einem Vortrag noch ein Überblick über die Vielseitigkeit des Berufskollegs Borken mit seinen unterschiedlichen Bildungsgängen gegeben. Dieser Vortrag war besonders für die Mädchen aus der 9. Klasse sehr spannend. Die Mädchen der 8. Klasse waren noch nicht so weit – sie sind von der Entscheidung für eine Berufsrichtung noch zu wenig betroffen, teilte uns unsere Kollegin Frau Ulla Lensen mit.

Nach Beendigung des 2. Tages ergab ein Abschlussgespräch mit unseren Gästen in Verbindung mit einer Kartenabfrage eine durchweg positive Beurteilung unserer Projekttage.

Allen Mädchen hat insbesondere der Tag in der Werkstatt sehr gut gefallen!!!
Hervorgehoben wurde stets, dass man so viel selber machen durfte und das der Handyständer nun zu Hause im Einsatz ist. Auf der „nicht so positiv“-Liste steht, dass einige Mädchen etwas länger an der Fräse warten mussten oder die CNC-Maschine mehrfach erklärt bekommen haben. Dies kann man jedoch bei dieser Gruppenstärke nicht ganz abstellen.

Bei den Besuchen der Fachklassen (z.B. im dritten Lehrjahr der Elektroniker) zeigte sich, dass die Vorkenntnisse teilweise fehlten und deshalb der Funken nicht immer übersprang. Zukünftig müssen hier die Themen noch besser abgestimmt werden.

Auch ein Vorschlag zur Verbesserung wurde schon angeregt:

  • Werkstatt- und Unterrichtsbesuch mit der 8. Klasse
  • Vorstellung des BKBs in der 9. Klasse 2. Halbjahr oder 10. Klasse 1. Halbjahr

Für uns als Kollegen waren diese Tage sehr angenehm weil, wir mit jungen Menschen arbeiten und zusammen sein durften, die sich auf diese Tage sehr gut eingestellt haben. Das hohe Maß an Engagement, das starke technische Interesse und der Spaß an der handwerklichen Arbeit von Seiten der Schülerinnen waren Garanten für das gute Gelingen.

Die Kooperation zwischen dem Berufskolleg Borken und der Schönstätter Marienschule soll zukünftig durch solche Tage weitergeführt werden.

B. Bröcker, T. Kottenstede

 

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