Fachoberschule für Soziales

Stärke zeigen – auch ohne Gewalt

Am 27.04.2012 besuchten wir, die Klasse FOS 12 S 1 mit Frau Fabian, das Jugendhaus in Borken. Dort trafen wir auf Marc Hinsel, Dipl. Sozialarbeiter. Er hatte sich bereit erklärt, uns das Thema Gewalt und Gewaltbewältigung näher zu bringen.

Herr Hinsel erzählte uns zunächst etwas über die Grundprinzipien der Gewaltbewältigung und wie ein Coolness-Training abläuft.

Wir führten verschiedene Übungen und kleine Spiele durch, die bei der Bewältigung von Bedeutung ist.

Es wurden Kegel in die Mitte des Kreises gestellt und wir fassten uns an die Hände. Die Schwierigkeit dabei war, dass wir uns nicht loslassen durften. Es wurde direkt los gezogen, um die Mitschüler in die Mitte der Kegel zu ziehen, damit diese umfallen. Mitschüler, die diese berührten und somit umstießen, schieden aus dem Spiel aus.

Nach diesem Spiel wurde unsere Kommunikation auf den Prüfstand gestellt. Jeder musste seinen Stuhl nach vorne kippen und nur mit der rechten Hand festhalten. Die Problematik war die, dass wir den Stuhl des Nachbarn übernehmen mussten, jedoch nur die rechte Hand verwenden durften. Dabei waren die Absprache und das richtige Gefühl für den Stuhl von großer Bedeutung.

Eine weitere Übung war es, dass Herr Hinsel sich als 17-jähriger Jugendlicher ausgab und wir mussten einzeln auf ihn zugehen. Er sprach uns an und wollte entweder nur die Uhrzeit wissen oder machte einige von uns „an“. Wir mussten selbst entscheiden, wie wir auf diese Situation reagieren. Einige machten klare Ansagen, andere wiederum hielten sich zurück und waren sehr unsicher, da sie nicht wussten wie sie mit der Situation umgehen sollten. Bei dieser Übung wurde deutlich, wie man auf Kommentare gelangweilter Jugendlicher auf der Straße reagieren soll.

Zwischendurch setzten wir uns immer wieder zusammen und unterhielten uns über die Erlebnisse und Erfahrungen, die wir gesammelt hatten.

Es wurde von uns Selbstbewusstsein und gegenseitiges Vertrauen gefordert. Wir haben durch Erfahrungen und durch die Kommunikation untereinander einen besseren Eindruck von einander bekommen.

Das Vertrauen und die Kommunikation sind auch in der Bewältigung von Aggressionen bei Gewalttätern oder gewaltbereiten Jugendlichen sehr wichtig. Sie sollen sich bei den Sozialarbeitern verstanden und geborgen fühlen, da diese sonst nicht so effizient mit ihnen arbeiten können.

Dieser Tag war sehr aufschlussreich und für uns von großer Bedeutung.

Wir danken Frau Fabian und Herrn Hinsel, dass sie uns die Möglichkeit gegeben haben, einen Einblick in das Training und die Bewältigung zu erlangen.

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