Estland Austausch

Und zum Abschluss – wie war’s?

Auswertung EstlandAm Ende des Besuchs unserer Partnerschüler in Borken wurden beide Gruppen ausführlich zum gemeinsamen Miteinander, zu ihrem Aufenthalt und ihrer Unterbringung in Deutschland und zum Projekt befragt.

Hier die Ergebnisse – in zusammengefasster Form:
1. How was the contact to your host family? What do you think about your accomodation?
Diese Frage wurde fast ausschließlich mit den besten Kriterien (excellent und good) bewertet. Alle waren mit ihrer Unterbringung zufrieden, viele Teilnehmer waren in einem Einzelzimmer untergebracht, was sehr positiv bewertet wurde.
Der Kontakt mit der Gastfamilie wurde ebenfalls fast durchgängig als excellent oder good bezeichnet. Wenn es doch einmal Schwierigkeiten gab, konnten sie durch Gespräche geklärt werden.

2. What do you think about Germany?
Auch hier waren die Erfahrungen durchweg positiv, denn die Deutschen wurden als verynicepeopleoderfriendlypeople bezeichnet. So hat sich auch die positive Er-wartungshaltungunserer Gäste bezüglich Deutschland bestätigt (I thought before that Germany is a nice country, I liked it very much).

3. What do you think about the German way of living?
Die Lebensart hier wurde als normal bezeichnet bzw. der inEstlandals sehr ähnlich nachempfunden (relaxed; normal; nearly just like at home).

4. Did you improve your English?
Diese Frage wurde von allen Teilnehmer einhellig mit ‘ja’ beantwortet, wobei der persönliche Fortschritt natürlich von den Vorkenntnissen abhing. Herausgestellt wurde der durchgängige englische Sprachkontakt mit den Gastfamilien und Gastschülern, der sehr zur Verbesserung beigetragen hat.
Zudem wurden auch einige Wörter und Sätze der deutschen Sprache erlernt.

5. FragenzumProjekt
5. How do you comment on the project?
Insgesamt war die Rückmeldung positiv.
An erster Stelle wurde die Möglichkeit hervorgehoben, eine neue Kultur und neue Leute kennenzulernen und Zeit in einer anderen Familie und mit anderen Jugend-lichen zu verbringen. Auch die Anwendung und Verbesserung der englischen Sprachkenntnisse war ein wichtiger und positiver Aspekt (getting to know a new culture, speaking in English, to see a different country, life, life style, getting to know German traditions).

Zwar wurden von einigen Schülern der etwas längere Weg zur Schule (abhängig von ihrer Unterbringung) und der Umstand bedauert, dass es an unserer Schule keine Schulmensa gibt (wie in Estland); doch konnte unser Schulkiosk gut über den ersten Hunger hinweghelfen.

Der Besuch von Museen –ohne weitere Angabe –stieß auf ein geringeres Interesse. Außerdem war es für viele unserer Austauschschüler überraschend, dass die Schüler hier mit dem Fahrrad zur Schule fahren, was in Estland kaum bekannt ist. Dementsprechend konnten die meisten hier kein Fahrrad fahren und mussten es mit Hilfe ihrer Gastfamilie erst lernen (!)

6. Und was denken die deutschen Teilnehmer?
Hier waren die Antworten sehr ähnlich. Der Kontakt mit den Austauschschülern wurde von den meisten als gut bewertet; die Gäste wurden als nice oder polite beschrieben. Als positive Aspekte des Projekts wurden der Kontakt mit einem Schüler aus einem anderen Land, die kulturellen Erfahrungen und die Verbesserung der englischen Sprachkenntnisse genannt, wobei die Vorkenntnisse der deutschen Schüler insgesamt als etwas höher bewertet wur-den als die der estnischen Gäste.

Museumsgänge wurden auch von den deutschen Teilnehmern als weniger interessant beschrieben, umso positiver wurden aber die Ausflüge in nähere und größere Städte aufgenommen. Diese gemeinsamen Aktivitäten (und auch Freizeitaktivitäten, die von den Schülern selbst organisiert wurden) sollten als Bestandteile zukünftiger Projekte unbedingt beibehalten werden.

7. Do youthink Comenius hasbeen a usefulexperience?
Auch wenn die Aufnahme und Betreuung eines Gastes ‚rund um die Uhr‘ nicht immer einfach war, wurden der Austausch mit einem Gastschüler und die Teilnahme am Projekt insgesamt – auch von den Familien der Teilnehmer – als Bereicherung empfunden:

It was the first time for us to have an exchange partner, so it was a new experience for everyone;
It is nice to have contact with people from another country;
Very useful;
My parents and me think it was a nice and interesting experience and we had a very nice guest.
We made new friends and improved our language knowledge.
The project was a good possibility to have a look at another culture and to have new experiences.

II. Auswertung der Literatur:

1. Which book did you like most and why?

Hier wurde an erster Stelle Damals war es Friedrichvon Hans Peter Richter (12 Stimmen) genannt. Der Roman handelt von einem Jungen in Deutschland in den 1930er Jahren, der sich mit einem jüdischen Jungen in seinem Alter anfreundet. Als die Juden offiziell aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden und die Judenfeindlichkeit sich verschärft, wird auch die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe gestellt.
Begründung: Das Buch ist einfach zu lesen und dennoch anspruchsvoll. Durch die Geschichte von Friedrich wird der historische Hintergrund anschaulich vermittelt.
Der Umgang mit den Juden während der NS-Zeit hat viele Schüler emotional berührt.

An zweiter Stelle wurde Scherbenparkvon Alina Bronskygenannt (6 Stimmen).
Der Roman ist 1984 erschienen, spielt also in der Neuzeit, und handelt von einem 17-jährigen Mädchen, Sascha, die mit ihrer Mutter von Russland nach Deutschland emigriert ist. Sie ist eine Vorzeigeschülerin, fühlt sich aber dennoch nicht wohl in Deutschland und empfindet sich als Außenseiterin. (Sie lebt in einer Hochhaus-
Siedlung in Frankfurt; beschrieben werden ihr Lebensgefühl, Probleme mit Freunden, erste Liebe.)
Scherbenpark wurde als ein jugendliches Buch empfunden; die Empfindungen und Gefühle der Hauptfigur entsprechen dem Lebensgefühl der heutigen Jugendlichen, die sich daher –laut eigener Aussage- gut mit ihr identifizieren konnten.

Unter den estnischen Büchern wurden als Lieblingsbücher Kevade von Oskar Luts und Paperclip Belt von MareSabolotny genannt.
Kevade beschreibt das Leben eines Jungen in Estland in den 1920er Jahren. Insbesondere die Beschreibung des Schulalltags mit seinen strengen Regeln und die Beziehung zwischen Schülern und Lehrer, die sich von derin der heutigen Schule doch unterscheidet, hat die Schüler berührt.

Paperclip Belt dagegen ist  das aktuellste Buch der estnischen Bücherauswahl und handelt –ähnlich wie Scherbenpark– von den Sorgen und Nöten einer Jugendlichen von heute. Die Identifikation der Jugendlichen mit der Hauptfigur war daher von vorneherein gegeben.

2. How do youcomment on theliteratureactivitiesduringtheproject:
Insgesamt wurden die Aktivitäten als sehr positiv und unterhaltsam bewertet. Besonders hervorgehoben wurden die Präsentationen, Rollenspiele und Cartoons, die zu den Romanen durchgeführt und erstellt wurden. Die Rollenspiele ermöglichten es, sich besser in die Charaktere einfühlen zu können.

Comments are closed.