Vorstellung des Praktikumsbetriebs - Dreiwöchiges Praktikum in Argentinien, Peru, Ecuador

Vom BKB nach Südamerika

suedamerika_teaserDer Betrieb, bei dem ich vom 15.06.2012 bis zum 05.07.2012 ein Praktikum absolviert habe, ist die argentinische Firma „Pampa Kraft“. Mein Ansprechpartner Javier Chain, der auch gleichzeitig als Geschäftsführer des kleinen Unternehmens tätig ist, leitet den Betrieb nun in der zweiten Generation nach seinem Vater.

Der Name „Pampa Kraft“ leitet sich von dem argentinischen Bundesstaat „La Pampa“ ab, ein sehr fruchtbares und schönes Gebiet in Argentinien, sozusagen eine Art „Aushängeschild“. Der erste Bestandteil des Namens steht also für die Stärken Argentiniens, während der zweite Teil „Kraft“ dieselbe Bedeutung hat wie im Deutschen. Dies soll die Zusammenarbeit zwischen deutschen Firmen und Pampa Kraft symbolisieren, da Pampa Kraft hauptsächlich mit deutschen Unternehmen zusammenarbeitet.

Pampa Kraft ist ein Betrieb, der selbst keine Produkte herstellt, sondern für andere Firmen Produkte in Argentinien verkauft. Daher ist das Unternehmen mit 7 Arbeitskräften auch entsprechend klein. Viele ausländische Firmen machen von sogenannten „Agenten“ Gebrauch, da es in einem fremden Land zu schwierig wäre, potentielle Kunden ausfindig zu machen, diese aufzusuchen und mit den entsprechenden Personen in einer fremden Sprache zu verhandeln.

Pampa Kraft hat sich auf das Webereigeschäft spezialisiert, das heißt, man verkauft  nur Produkte für Firmen, die Webmaschinen oder entsprechende Ersatzteile anbieten. Normalerweise besuchen dann die Vertreter des ausländischen Betriebes zusammen mit dem Geschäftsführer von Pampa Kraft, nämlich Herrn Chain, die Firmen, von denen man sich eine lohnende Zusammenarbeit verspricht. Falls es dann zu einem Auftrag kommt, kauft Pampa Kraft die nachgefragte Menge des Produkts der ausländischen Firma, um diese dann selbst zu verkaufen. Normalerweise addiert man zusätzliche 10% vom Einkaufspreis, um selbst Gewinne einzustreichen.

Die Geschichte von Pampa Kraft beginnt 1967. Zu dieser Zeit heißt sie allerdings nicht Pampa Kraft. Umbenannt wird der Betrieb 1995. Die Firma ist also heute 17 Jahre alt.

Das Praktikum

Da ich nicht innerhalb des Betriebs eingesetzt wurde, sondern im Außendienst, also meinen Beschäftigungen im Verkauf nachging, gab es für mich nur wenige betriebswirtschaftliche Probleme, die zu beseitigen gewesen wären.

Bei Kundengesprächen ist es immer wichtig genau zu wissen, was gewebt wird und unter welchen Umständen. So lassen sich mit verschiedenen Maschinen auch verschiedene Stoffe oder Kunststoffe weben, wofür jeweils auch verschiedene Ersatzteile gebraucht werden.

Die Umstände sind deshalb wichtig, weil es in schlecht ausgestatteten Betrieben vorkommen kann, dass die Dächer löchrig sind, was die Lebensdauer der Webmaschinen natürlich verkürzt.

In Argentinien ist die momentane Lage auf dem Markt gut, was heißt, dass die Arbeitskräfte und die Maschinen entsprechend arbeiten können. Leider war dies nicht überall der Fall. In Peru zum Beispiel, einem Land das wegen der steigenden Rohstoffpreise in den letzten Jahren einen regelrechten Wirtschaftsboom erlebte, wird aus unterschiedlichen Gründen  mehr Wert auf die Gewinne gelegt, als darauf sich an Vorschriften zu halten, die für uns normal wären. Teilweise gibt es solche Gesetze noch gar nicht, teilweise werden sie umgangen. Es war zum Beispiel die Norm, gebrauchtes, extrem umweltschädliches Altöl einfach auf die Straße zu schütten. Das Fehlen von Gesetzen, die solcherlei Umstände vereiteln würden, ist darauf zurückzuführen, dass auch die peruanische Regierung nur wenig Interesse an Vorschriften hat, die die Betriebe in ihrer Produktivität einschränken. Dies mag daran liegen, dass Peru für über tausend Jahre immer nur ein kleines Licht war und uns nun endlich zeigen will, dass auch sie eine wirtschaftlich ernst zu nehmende Nation sind.

Neben Peru und Argentinien hatte ich aber auch das Glück, Ecuador, Brasilien, Chile und Uruguay zu besuchen, Länder die alle sehr verschieden sind  und so auch auf unterschiedliche Weisen versuchen, Geld zu verdienen.

In Ecuador war derselbe wirtschaftliche Aufschwung zu registrieren, der sich auch in Peru verzeichnen ließ. Die Firmen wachsen und es kommen immer mehr neue Unternehmen hinzu. Geschäftlich mag das gut sein, verspricht allerdings auch mehr Arbeit.

Uruguay ist ein Land, das weniger auf Industrie und Wirtschaft setzt, sondern mehr auf Tourismus. Es ist zwar nicht besonders groß, aber dennoch ein wunderschönes, sehr ruhiges Land.

Chile wird im Volksmund auch als „die Schweiz Südamerikas“ bezeichnet, weil die Anden sich hier von ihrer schönsten Seite zeigen. Die Hauptstadt Santiago ist förmlich von den Anden umgeben; überall wo man hinschaut sieht man weiße Berggipfel. Mit Textilien arbeitende Unternehmen sind allerdings selten.

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Abbildung 2: Das Hauptbüro von Pampa Kraft in Buenos Aires mit Achim Schwemmlein (2. von links)


Persönliche Beurteilung des Praktikums

Glücklicherweise war das Praktikum bei der Pampa Kraft S.A. genau die Art von Beruf, den ich auch gerne nach der Schule ausführen würde. Insofern wurde der Zweck des Praktikums voll und ganz erfüllt. Natürlich bot es mir auch Erfahrungen über andere Länder und Kulturen und förderte nicht zuletzt auch meine Spanisch Kenntnisse.

Ein weiterer positiver Punkt war, dass es immer etwas zu tun gab und man sich so nie langweilen musste. Man bekam einen Plan mit den anstehenden Kundenbesuchen und man wusste genau, was im Laufe der Wochen auf einen zukam. Infolge dessen konnte man sich auch viel besser auf die einzelnen Kunden vorbereiten, sich in ihre Lage versetzen und nicht nur etwas  lernen, sondern auch etwas für den Betrieb tun.

So konnte sich mein Vorgesetzter viel besser auf seine Bezugsperson und ihre Probleme konzentrieren, weil er nicht das Protokoll führen musste, was normalerweise lästige Pausen in der Konversation verursachen würde. Dankenswerterweise wurden die Gespräche auf Englisch geführt, weil mein Spanisch nach nur einem Jahr Unterricht nicht für solch komplexe Konversationen ausgereicht hätte. Trotzdem kam es das eine oder andere Mal vor, dass unser Gegenüber des Englischen nicht mächtig war, was meine Arbeit zwar erschwerte, doch mit Hilfe von Übersetzungen möglich wurde.

Alles in Allem lässt sich festhalten, dass das Praktikum mich in meiner Berufswahl bestätigt hat und mir darüber hinaus noch sehr viele andere Dinge bieten konnte. Das Kennenlernen von anderen Ländern und Kulturen wird in Zeiten der Globalisierung immer wichtiger und man sollte die Gelegenheiten beim Schopf fassen, wenn sie sich einem bieten. Allerdings hat mir auch das BKB geholfen, da es ein weiteres Praktikum angeboten hat und meinen Aufenthalt im Ausland begrüßte.

Das Praktikum in Südamerika war eine sehr gute Erfahrung und ich kann jedem anderen Schüler/-in nur empfehlen, die Chance auf ein Auslandspraktikum zu ergreifen, falls sie sich ihm/ihr bieten sollte.  

 

Achim Schwemmlein, GW 12 A

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