Berufskolleg verabschiedet chilenische Austauschschülerin

Von Chile nach Borken

„Ich konnte viele Gemeinsamkeiten entdecken und habe meine Deutschkenntnisse stark verbessert“, formuliert Nicole Waeger aus Chile rückblickend ihre Eindrücke, die sie während ihres Aufenthaltes in Borken gewonnen hat. Doch das kalte Klima war für die 17-jährige Austauschschülerin, deren Urgroßvater aus Österreich stammt, eine Herausforderung.

Nicole ist eine von 30 chilenischen Austauschschülern, die während ihres rund dreimonatigen Aufenthalts vom November 2004 bis Februar 2005 in Gastfamilien in ganz Deutschland untergebracht waren. Nicole Waeger besuchte am Berufskolleg Borken zusammen mit der Tochter ihrer Rekener Gastfamilie, Katharina Konniger, die Jahrgangstufe 12 des Wirtschaftsgymnasiums. „Davon konnten beide Seiten profitieren“, stellt Betreuungslehrerin Studienrätin Reinhild Conrad fest, „denn Nicole wurde gut in die Klassengemeinschaft integriert und berichtete ihren deutschen Mitschülern über das Leben in Chile.“

Während ihrer herzlichen Verabschiedung durch Schulleiter Josef Brinkhaus erzählte die Chilenin, es habe sie erstaunt, dass es für ihre deutschen Mitschüler keine Schulvorschriften hinsichtlich Kleidung und Frisur gebe wie in Chile. Während ihrer Freizeit war sie voll in das Familienleben integriert, besuchte mit ihrer Gastfamilie Berlin und feierte das Weihnachtsfest mit ihr. In dieser Zeit entwickelte sich eine feste Freundschaft zu ihren Gasteltern und deren Tochter. Neben dem Schulbesuch in Borken stand auch eine Reise auf dem Programm, auf der die chilenischen Austauschschüler einige der großen Metropolen Europas und Deutschlands kennen lernten. Nicole hatte das besondere Glück den Karneval in Venedig miterleben zu können und Verwandte ihrer Familie in Österreich zu treffen.

Organisiert hatte diesen Schüleraustausch, wie schon in den Jahren zuvor, die älteste deutsche Privatschule Chiles in Osorno. Dorthin wird im Juni Katharina Konniger reisen, um dann ihrerseits für zwei Monate die dortige Schule zu besuchen und bei ihrer neuen chilenischen Freundin zu wohnen. Schulleiter Josef Brinkhaus würdigte das Engagement der beiden Schülerinnen und ihrer Familien und betonte die Bedeutung von Auslandsaufenthalten für die persönliche Entwicklung junger Menschen.

(BD 2005-02-21)

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