Gar nicht so einfach! Um es vorweg zu nehmen: Die Schülerinnen und Schüler der Höheren Handelsschule haben herausgefunden, dass es Einsparmöglichkeiten gibt, bei denen richtig Geld zusammen kommt. Allerdings ist es dafür oft notwendig das eigene Verhalten zu ändern, nicht immer ist es mit technischen Lösungen getan.

Aber von Anfang an: Als Schüler sind einem die Energiekosten noch relativ egal, weil es die Eltern bezahlen. Außer man hat so schräge Eltern wie Paul in unserem Ausgangsfall. Sie bezahlen Paul die Busreise nach Lloret de Mar, wenn er für die 4-köpfige Familie ein Konzept erstellt, mit dem sie 10 % ihrer Nebenkosten einsparen können. Die betragen monatlich 380,00 Euro und im Jahr rund 4.550,00 Euro.

Im ersten Schritt hieß es in der Rolle von Paul festzustellen, wo im Haushalt Energiekosten entstehen. Es wurde zusammengetragen, welche typischen Verbrauchsquellen es in einem 4-Personen-Haushalt gibt und wie häufig diese genutzt werden. Wie lange brennen die einzelnen 60-Watt-Birnen, wie oft läuft der Wäschetrockner, wie viel wird gesaugt, wie lange geduscht usw.? Das Thema „Heizung“ wurde ausgelassen, weil der Verbrauch von zu vielen Einflüssen abhängt.

Im zweiten Schritt wurde recherchiert, wie man die Kosten für die einzelnen Verbrauchsquellen berechnet. Das „Rechnen mit Strom“ ist dabei noch relativ einfach im Vergleich dazu, den Wasser- und Warmwasserverbrauch für zum Beispiel 5 Minuten Duschen zu kalkulieren. So kosten ein Durchgang im Wäschetrockner ca. 1,00 Euro und 5 Minuten warm duschen ca. 0,90 Euro. Beim Vergleich mit im Internet veröffentlichten Daten stellte sich heraus, dass sich die Berechnungen der Schüler im Mittelfeld der Vergleichswerte bewegen.

Im dritten Schritt wurden die Einsparmöglichkeiten identifiziert und berechnet mit dem Ergebnis, dass es für Paul in die Ferien geht!! Die Ergebnisse sind unten in einer Tabelle aufgeführt. Es lassen sich mehr als 400,00 Euro Energiekosten sparen, wenn … ja nur wenn Paul und seine Familie ihr Verhalten ändern, z. B. kürzer duschen oder eben mindestens jedes zweite Mal die Wäsche aufhängen statt sie im Trockner zu trocknen.

Die von den Schülern erarbeiteten Ergebnisse und Plakate wurden in einer Power-Point-Präsentation zusammengestellt. Die Fallsituation wurde umfangreich mit Fragen ausgearbeitet und ist seitdem schon mehrfach im Politik- und Wirtschaftslehre-Unterricht zur Erarbeitung in Partnerarbeit eingesetzt worden. Ein weiterer Schritt wird es sein, die Einsparungen auch mit CO2-Einsparungen zu „bewerten“.

Für einen „Schnelldurchlauf“ durch die Einsparpotentiale im Haushalt stellen die Schüler vor den Sommerferien Plakate im Forum des BKB aus, die mit „Quizfragen“ in ca. 20 Minuten bearbeitet werden können.

Tabelle / Zusammenfassung der Sparmaßnahmen:

Wie viel Geld kommt in einem Jahr zusammen??

Beleuchtung: Austausch Glühbirnen gegen LEDs mit Berücksichtigung Anschaffungskosten LEDs 63,12
Wäschetrockner: Im Winter spart die Familie 1/3  der Durchgänge im Wäschetrockner ein, im Sommer 2/3 der Durchgänge. 182,52
Staubsaugen: 2 Stunden weniger saugen pro Woche, weil keine Straßenschuhe im Haus getragen, Essen am Tisch eingenommen und die Chips aus einer Schale gegessen werden 31,20
Spülen: Die Familie spült weiterhin mit der Spülmaschine und versucht auf das Vorspülen mit Warmwasser zu verzichten, weil deutlich wurde, dass Warmwasser sehr teuer ist. ———
Kochen: Die Familie möchte keine neuen Töpfe etc. anschaffen. Allerdings wollen alle die Spartipps einhalten, z. B. den Backofen nicht mehr für die Fertigpizza vorheizen. Paul schätzt, dass dadurch mindestens 30 % der maximal möglichen Ersparnis erreicht werden. 30,00
Standby-Verbrauch: Durch die Anschaffung und Nutzung von Steckdosenleisten mit Ausschaltfunktion soll der Standby-Verbrauch konsequent vermieden werden. Von der aufgelisteten Ersparnis sind die anteiligen Anschaffungskosten pro Jahr abzuziehen. 87,81
Gefrierschrank: Der Gefrierschrank wird regelmäßig abgetaut. (Wenn man genügend Geld gespart hat, gibt es im nächsten Jahr einen neuen Gefrierschrank.) 11,25
Kühlschrank: Beim Kauf des neuen Einbaukühlschranks entscheidet man sich gegen ein Gefrierfach, diese Ersparnis wird Paul zugerechnet!! 12,00
Duschen: Paul duscht viermal die Woche mit nur noch 5 Minuten Warmwasserdurchlauf statt bisher 10 Minuten. (52 Wochen / Jahr), P.S.: nach dem Training duscht er in der Sporthalle! 193,44
Summe der Ersparnis 611,34