Landwirtschaftliche Oberstufen

Lernortkooperation im Fach “Tierische Erzeugung”

Die Auszubildenden der drei landwirtschaftlichen Oberstufenklassen (78 Schülerinnen und Schüler) entwickeln während ihrer Ausbildung meistens mehr Interesse für die Rinder- oder für die Schweinehaltung. Dies wird bei der Planung von Betriebsbesuchen und Unterrichtsprojekten berücksichtigt. So fuhren am 07. März 2018 30 Auszubildende mit dem Interessenschwerpunkt Schwein zu einer Station der “Schweinebesamung Weser-Ems e.G.“ nach Beesten (Emsland).

Frau Ruhara, die Leiterin dieser Station, stellte die Arbeit ihrer Genossenschaft vor und den Nutzen für angeschlossene Landwirte heraus. Prüfungsrelevante Fragestellungen wie “Welche Genetiken sind besonders marktgerecht?”, “Wie lese und interpretiere ich die Zuchtwertangaben der Eber verschiedener Herkünfte richtig?”, “Wie kann ich das Fruchtbarkeitsmanagement optimieren?”, u. a. wurden von ihr erläutert und animierten die Schülerinnen und Schüler zu reger Nachfage.

Sehr anschaulich erklärte Frau Ruhara die Anatomie des weiblichen Geschlechts an einer echten Gebärmutter, die von einer Schlachtsau stammte und die sie auf einem Tisch ausgebreitet hatte. Gerade für die sogenannte KB, d. h. für die Besamung einer Sau mittels Pipette und Spermatube, sind diese anatomischen Kenntnisse notwendig.

Höhepunkt der Veranstaltung war dann abschließend die Präsentation verschiedener Zuchteber im sog. “Boar Walk”, dem Eber-Schauraum. Aus seuchenhygienischen Gründen werden die Eber natürlich hinter einer Glaswand präsentiert. Unterschiede zwischen den Ebern, z. B. im Typ, im Fundament, usw. wurden erkannt und diskutiert.

Gleich drei verschiedene Milchviehbetriebe waren die Ziele der Abschlussklassen im Schwerpunkt Rind:

ALO1 am 11.04.2018: Dringenburg GbR in Bottrop-Kirchhellen
ALO2 am 16.04.2018: Fr.-Josef Groß-Hardt in Bocholt
ALO3 am 17.04.2018: Hermann Holtkamp in Vreden.

In Kooperation mit Fütterungsberaterinnen der Firma SANO wurde jeweils ein sog. “Betriebsdurchgang” absolviert.
Beginnend mit einer qualitativen Beurteilung der Eignung der Grundfuttervorräte im Silo (Gras-, Maissilage) wurden anschließend die in den Betrieben gefütterten Kuhrationen sehr detailliert bewertet. Dabei mussten alle Auszubildenden “tätig” werden, d. h. sie mussten ins Futter greifen und dieses optisch, haptisch und sensorisch (Farbe, Geruch, Struktur) bewerten.

Sie mussten eine Strukturanalyse der Rationen mittels einer sog. Schüttelprobe durchführen und die Ergebnisse erläutern.

Sie mussten eine Analyse des Kuhkots durchführen (Auswaschung in einem engmaschigen Sieb) und die Güte der Verdauung (Nährstoffaufschluss, Passagerate, …) beurteilen.

Sie mussten den Fütterungszustand einzelner Tiere und der Herde insgesamt beschreiben, beurteilen und die von den Betrieben zur Verfügung gestellten Futteranalysen (Laboranalysen) korrekt interpretieren.

Obwohl alle drei Betriebe Milchviehbetriebe sind, unterschieden sich die eingesetzten Grundfutter und die Rationen dennoch im Detail. Genau diese Situationen werden die Auszubildenden schon bald in der praktischen Berufsabschlussprüfung wiederfinden.
(R. Rennefeld)

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