Um diese Frage zu beantworten, durften wir einen Tag lang an einem Workshop zum Wirtschaftsingenieurwesen am Campus der
Westfälische Hochschule Bocholt teilnehmen.
Begleitet vom Wirtschaftsingenieur Christopher Langer, einem ehemaligen Schüler unseres Berufskollegs, wurden wir mit verschiedenen Aspekten der unterschiedlichen Tätigkeiten vertraut gemacht und versuchten die Frage zu beantworten, was ein Wirtschaftsingenieur eigentlich genau macht.
In einem ganztägigen Workshop beschäftigten wir uns mit folgenden Bereichen:
Konstruktion:
Gemeinsam ergründeten wir die Grundlagen der
Bauteilkonstruktion und bekamen eine Einführung in die Einsatzbereiche von CAD. Die Abkürzung steht für Computer-Aided Design und bedeutet rechnerunterstütztes Konstruieren. Dieses wurden anhand von Beispielen direkt in die Praxis umgesetzt.
Die Kosten, die entstehen, hängen auch von der Konstruktion der Bauteile ab. Bei der Bauteilprüfung müssen Regeln eingehalten werden, z. B., ob der Henkel einer vollen Tasse die Spannung, die auf ihm lastet, aushält oder bricht. Ein Wirtschaftsingenieur achtet darauf, dass der Materialaufwand die Vorgaben der Konstruktion erfüllt und gleichzeitig der Kostenaspekt berücksichtigt wird.
Am Ende wurde ein Flaschenöffner konstruiert, der anschließend produziert werden sollte.
Fertigung:
In der Fertigung standen wir für die Herstellung der Flaschenöffner vor der Wahl, welche Maschine dafür eingesetzt werden sollte. Auch hier spielte die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle. Aufgrund der geringen Stückzahl der Fertigung fiel die Wahl auf eine langsamer arbeitende Wasserstrahlschneidemaschine und gegen eine schneller produzierende Stanzmaschine, die bei größeren Stückzahlen zum Zuge gekommen wäre.
Nachdem die Flaschenöffner produziert worden waren, fehlte noch die Personalisierung, denn jeder sollte seinen individuellen Flaschenöffner erhalten. An einer Lasermaschine wurden die Flaschenöffner eingelegt und anschließend die Gravur mittels Laser darauf eingebrannt.
Unternehmensführung:
Die Arbeit eines Wirtschaftsingenieurs endet nicht in der Produktion, denn das Produkt muss auch auf dem Markt verkauft werden. Dabei muss man sich an den gegebenen Rahmenbedingungen orientieren und kann versuchen, durch Optimierung der Abläufe und Prozesse die eigenen Kosten zu reduzieren.
Wie das in der Praxis aussehen kann, durften wir anhand eines Planspieles erfahren. Zum Glück kannten wir uns schon aus dem Unterricht der Höheren Handelsschule mit der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung sowie dem Bereich Beschaffung aus, so dass es allen leicht fiel, sich einzufinden und zu sehen, welche Auswirkungen sinnvolle Veränderungen auf den Gewinn eines Unternehmens haben.
Am Ende des Tages hatten alle viel Spaß und konnten die Eingangsfrage beantworten. Ein Wirtschaftsingenieur kennt sich mit Wirtschaft und Technik aus, spricht mit den Mitarbeitern, versucht, Fehler im Voraus zu vermeiden, plant und überprüft Abläufe, sucht nach Optimierungsmöglichkeiten, steigert so den Gewinn des Unternehmens und sichert Arbeitsplätze.
Ein vielseitiges Studium mit spannenden Tätigkeitsfeldern.
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